Magdeburg l Eine Expertenkommission nimmt seit Donnerstag die Justizvollzugsanstalt (JVA) Halle unter die Lupe. Das teilte das Justizministerium mit. Hintergrund ist ein letztlich gescheiterter Fluchtversuch des Halle-Attentäters Stephan B. am Pfingstsamstag.

Einstweiliger Ruhestand

Wegen dieses Vorfalls musste die Vize-Anstaltsleiterin ihren Job räumen. Justiz-Staatssekretär Hubert Böning (CDU) wurde in den einstweiligen Ruhestand versetzt. Die Sicherheitsmechanismen hätten versagt, räumte Justizministerin Anne-Marie Keding (CDU) ein.

Die Kommission soll laut Ministerium die Aufbau- und Ablauforganisation in der JVA im Hinblick auf die Sicherheit überprüfen – und zwar unter strukturellen, personellen und organisatorischen Aspekten. Zudem sollen die anstaltsinternen Meldeketten und die Zusammenarbeit mit dem Justizministerium beleuchtet werden.

Versierte Experten

Wie das Ministerium mitteilte, gehören der Kommission versierte Experten aus den Bereichen Sicherheit, Personal und Organisation an. Für die Arbeit seien „drei erfahrene Vollprofis“ der Justizverwaltungen Niedersachsen, Thüringen und Sachsen gewonnen worden. Ein Spezialist für die Überwindung von Hindernissen – etwa ein SEK-Beamter oder ein Parcoursläufer – soll die Kommission beraten.

Nach derzeitigen Stand legt die Expertenrunde das Untersuchungsergebnis bis Ende September dieses Jahres vor.