StrukturförderungHaseloff legt sich mit IWH-Chef an

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff hat eine Studie kritistiert, wonach besonders Städte gefördert werden soll.

Von Michael Bock 05.03.2019, 00:01

Magdeburg l Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) hat Thesen des Präsidenten des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH), Reint Gropp, zur Strukturförderung zurückgewiesen. Dieser empfiehlt in einer am Montag vorgestellten Studie, dass Fördergeld künftig vor allem in Städte und in besonders produktive Unternehmen fließen solle. Das Bestehen auf gleichwertige Lebensverhältnisse in Deutschland habe in die Irre geführt.

„Für eine erfolgreiche Gesamtentwicklung in Ostdeutschland müssen wir die ländlichen Räume stärken“, sagte dagegen Haseloff am Montag. Die dort lebenden Menschen müssten mitgenommen werden. „Die Konzentration auf Metropolen ist falsch“, betonte er. „Man kann nicht die Mehrheit der Menschen und Regionen ausklammern. Das ist undemokratisch, unsozial und politisch unhaltbar.“ Auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) will an der Strategie festhalten, sowohl die Metropolen als auch die Regionen zu entwickeln.

Der Beauftragte der Bundesregierung für die neuen Länder, Christian Hirte (CDU), betonte: „Ich halte die Idee, wirtschaftlich schwache Gebiete im Osten aufzugeben, für ökonomisch falsch und politisch völlig inakzeptabel.“