Magdeburg l Nach Auswertung von über zwei Millionen Haupt-untersuchungen im Bereich des Tüv Nord (Sachsen-Anhalt, Hamburg, Norddeutschland, Rostock, Hannover) wird deutlich, dass in diesem Bereich mehr als jedes fünfte Auto in den vergangenen zwölf Monaten schwerwiegende Mängel aufwies. 1600 Fahrzeuge landeten deshalb direkt in der Schrottpresse. In Sachsen-Anhalt schafften es fast zwei Drittel der untersuchten Fahrzeuge gleich durch den Tüv. Geringe Mängel wies dabei jedes zehnte Fahrzeug auf, erhebliche Mängel rund ein Fünftel.

Rainer Camen vom Tüv kennt die häufigsten Mängelgruppen: "Es sind Licht/Elektrik, Umweltbelastung, Achsen, Räder, Reifen und Bremsen." Ein wichtiger Grund für die steigende Durchfall-Quote ist laut Tüv, dass immer mehr ältere Autos unterwegs sind. Grund dafür ist die Unsicherheit der Besitzer, ob beispielsweise Elektroautos künftig gefördert oder Dieselfahrer bestraft werden. Sie verschieben deshalb eine Neuanschaffung, bis es hier mehr Klarheit gibt. "Je älter ein Fahrzeug beim Tüv-Termin ist, desto höher der Anteil derjenigen, die keine Plakette bekommen. Bei elf Jahre alten Autos fallen drei von zehn durch", so Camen.

In der Magdeburger Kfz-Werkstatt von Sören Wegener werden jeden Mittwoch rund acht Autos zur Hauptuntersuchung vorgestellt. Für ihn zieht das Argument "überalterte Fahrzeuge" nicht. "Gerade in den neuen Bundesländern sind alte Modelle eher die Ausnahme. Schauen Sie sich mal im Ruhrgebiet um." Achsteile, undichte Bauteile und Bremsen sind aus seiner Erfahrung heraus die Tüv-Killer. Bei "Beleuchtung" winkt er nur ab: "Solche Sachen sind doch ruckzuck behoben, wenn wir das Auto vor der HU nach Mängeln abklopfen – und kein Grund für einen Durchfaller." Auffällig sei, wie viele Fahrer ihre Tüv-Termine nicht abgespeichert haben. "Gerade in der Zeit der Reifenwechsel muss ich oft sagen: Nächste Woche sehen wir uns wieder – zur Hauptuntersuchung."

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