Magdeburg l Magdeburg l Für Michel Daseking schien der Weg klar: erst Abitur, dann Universität. In Halle begann er, Jura zu studieren. „Ich habe aber schnell gemerkt, das ist nichts für mich, das Theoretische, das Auswendiglernen.“ Der Hildesheimer sattelte auf Soziologie um – doch es wurde nicht besser. Bis er in den Ferien auf dem Bau arbeitete. „Das hat mir gefallen – da hat sich rauskristallisiert: Das Studium ist nichts für mich“, erzählt der junge Mann.

Daseking begann, sich zu informieren, besuchte eine Sprechstunde der Handwerkskammer Halle auf dem Uni-Gelände. „Die haben mich gut beraten, sogar zu Firmen mitgenommen“, erzählt er. Eine stellte ihn ein. Im Sommer steht der 24-Jährige nun vor dem Abschluss seiner Zimmermanns-Ausbildung. „Der Schritt war absolut richtig“, sagt er heute. Die Lehre bedeutet mehr Pflichten, aber genau das habe ich gebraucht.“

Daseking ist kein Einzelfall. Schon seit 2016 setzt die Industrie- und Handelskammer (IHK) Halle-Dessau auf die Beratung von Studienzweiflern an der Uni Halle. Später kam die Handwerkskammer Halle hinzu, die inzwischen auch an den Hochschulen Merseburg und Anhalt in Köthen berät.

Doch wildern die Kammern mit ihren Sprechstunden nicht im Revier der Hochschulen? Magdeburgs Uni-Rektor Jens Strackeljan hatte erst zu Beginn des Wintersemesters vor einem Ende steigender Studentenzahlen an der Otto-von-Guericke-Universität gewarnt. Im Wettbewerb um junge Leute müsse man sich breiter aufstellen, sagte er. Den ganzen Artikel lesen Sie im E-Paper der Volksstimme.