Magdeburg l Das neue Hochschulgesetz soll den Universitäten und Hochschulen den Einstieg in ausgegründete Unternehmen vereinfachen. „Die Politik verzichtet auf Mitwirkungsrechte, wenn Geld eingesetzt wird, das die Hochschulen selbst erwirtschaftet haben“, sagte Wissenschaftsminister Armin Willingmann (SPD) der Volksstimme. Einnahmen generieren die Hochschulen unter anderem aus Patentlizenzen, Weiterbildungen oder Auftragsforschungen für die Industrie.

Das Hochschulgesetz wird derzeit im Wissenschaftsministerium überarbeitet. Mit den neuen Regeln sollen für die Forschungseinrichtungen bestehende Hürden fallen: Derzeit vergehen mehrere Monate, bevor Hochschulen im Land als Gesellschafter bei innovativen Ausgründungen aus ihren Fachbereichen einsteigen können. Wissenschafts- und Finanzministerium müssen die Beteiligungen absegnen, zudem muss dem Landesrechnungshof ein Prüfungsrecht eingeräumt werden.

In Sachsen-Anhalt gehört der Technologietransfer neben Forschung und Lehre zwar schon heute zur Aufgabe der Hochschulen. Doch die Beteiligung der Lehr- und Forschungseinrichtungen an Startups steckt noch in den Kinderschuhen: Derzeit sind die sieben Hochschulen im Land an gut einem Dutzend Unternehmen beteiligt. Anteile halten die Lehranstalten allerdings vor allem an serviceorientiere Gründerzentren, weniger an technologieaffinen Ausgründungen.

Gesetzentwurf nach Sommerpause

Vereinfachte Kriterien was den Einstieg von Hochschulen in Unternehmen betrifft, wären ein starker Impuls, sagte der Rektor der Otto-von-Guericke-Universität in der Landeshauptstadt, Jens Strackeljan. „Damit geht auch der Auftrag einher, verstärkt unternehmerisch tätig zu werden“, so Strackeljan weiter.

Geht alles nach Plan könnte das überarbeitete Gesetz nach der Sommerpause im Landtag eingebracht werden. Neben den Hochschulen sollen auch Professoren künftig verstärkt als Unternehmer tätig werden. Der Wissenschaftsminister plant, Professoren für unternehmerische Tätigkeiten mehr Freiheiten bei Lehr- und Forschungsverpflichtungen einzuräumen. „Wir brauchen an den Hochschulen flexiblere Beschäftigungsmodelle“, sagte Willingmann, der vor seinem Einstieg in die Landespolitik 13 Jahre lang Rektor der Hochschule Harz gewesen ist. Professoren, die zu Unternehmern werden, sollen künftig von Aufgaben an der Universität für eine Zeitlang befreit werden. Gleichzeitig werde den Hochschullehrern aber ein Rückkehrrecht auf ihre Stelle zugestanden.