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Seilbahnen Thale wollen neue Anlage komplett mit "gläsernen Gondeln" ausstatten Im Bodetal ist der Durchblick gefragt

Von Tom Koch 20.06.2012, 03:18

Thale l Die neue Seilbahn im Thalenser Bodetal ist gefragt. So sehr, dass nur zwei Monate nach Inbetriebnahme der modernen 4,7Millionen Euro teuren Bahn hinauf zum Hexentanzplatz eine weitere Investition geplant ist.

Nicht mehr nur 10der insgesamt 21Gondeln sollen den bis zu sechs Fahrgästen einen spektakulären Blick hinab ins Bodetal ermöglichen. Dieser "gläserne" Fußboden soll in allen Kabinen nachgerüstet werden. Seilbahnen-Geschäftsführerin Pamela Groll bezifferte gegenüber der Volksstimme die Kosten dafür auf einen "hohen fünfstelligen Betrag". Derzeit würden Gespräche mit dem österreichischen Hersteller über einen Umrüsttermin geführt. Grolls Ziel ist, binnen der kommenden zwei Monate in ihrer Seilbahn für den kompletten Durchblick zu sorgen.

Die Geschäftsführerin berichtete von teils langen Wartezeiten der Besucher, weil die Nachfrage nach den "gläsernen Kabinen" so unerwartet groß sei. Dabei habe das Unternehmen gerade mit der Aufrüstung von einer Vier-Personen-Gondel auf eine Sechs-Personen-Kabinenbahn solche Wartezeiten vermeiden wollen.

Pamela Groll zufolge könne die Seilbahnengesellschaft in den ersten beiden Monaten seit Inbetriebnahme der neuen Bahn ein Besucherplus von mehr als 30Prozent vorweisen, konkrete Zahlen wollte die Geschäftsführerin jedoch nicht nennen.

Die Thalenser Firma betreibt neben der Bahn zum Hexentanzplatz auch den Sessellift zur Rosstrappe sowie weitere touristische Angebote, insgesamt wurden 2011 rund 600000Besucher gezählt; die Seilbahn ist jedoch die am meisten gefragte Attraktion.

Das Unternehmen stellte gestern eine sogenannte Wertschöpfungsanalyse vor. Demzufolge sorgten die 600000Besucher des Vorjahres in Thale, im Bodetal und darüber hinaus in einem Umkreis von bis zu 90Autominuten für einen Jahresumsatz von 11,6Millionen Euro sowie bei den Seilbahnen selbst und weiteren Unternehmen, die vom Tourismus profitieren, für Einkommenseffekte von 6Millionen Euro. Die Seilbahnen-Gäste geben durchschnittlich pro Kopf und Tag 19,30Euro aus - auch das sichert in Thale und Umgebung rechnerisch 400Vollzeitarbeitsplätze. Laut Gutachter Mathias Feige vom "dwif" seien die Seilbahnen "ein touristisches Schwergewicht", von dem die gesamte Harzregion profitiere.