Magdeburg (dpa) l Viele Menschen in Sachsen-Anhalt sind in diesem Sommer verunsichert, wie sie sich angesichts herumschwirrender Wespen verhalten sollen. Täglich erreichten sie mehrere Anrufe von Bürgern – mehr als in den Jahren zuvor, sagte Annette Leipelt vom Naturschutzbund Nabu in Magdeburg.

"Ich habe das Gefühl, viele Menschen sind naturferner als früher", berichtete die Nabu-Sprecherin in Sachsen-Anhalt. Sie wollten Fehler im Umgang mit den Tieren vermeiden. Aus Angst, möglicherweise gestochen zu werden, aber auch aus diesem Grund: "Die Lebensräume vieler Insekten nehmen ab und die Menschen machen sich deswegen Sorgen."

Ob es tatsächlich mehr Wespen in Sachsen-Anhalt gibt, konnte Leipelt nicht sagen. Durch den warmen Frühling seien die Tiere vor allem früher im Jahr unterwegs gewesen als gewöhnlich.

Idealer Wespen-Sommer

Generell ist der diesjährige Sommer ideal für Wespen. Die Tiere profitierten von der Wärme und der Trockenheit, so die Bundesarbeitsgruppe für Hautflügler vom Nabu. Da die Schafskälte im Juni und Überflutungen ausblieben, seien viele Nester stark geworden.

Im Umgang mit Wespen, Bienen und Hornissen rät der Nabu zur Ruhe. Früchte im Garten sollten abends gepflückt werden, wenn weniger Tiere unterwegs sind. Aus Vorsicht empfiehlt sich vor allem bei Kindern das Trinken mit einem Strohhalm, Getränke und Speisen sollten generell abgedeckt werden.

Wer ein Nest in Wohnungsnähe hat, sollte vor allem geduldig sein, rät Leipelt. Das Volk stirbt im Herbst, das alte Nest wird im kommenden Jahr nicht neu besiedelt. Bis dahin helfen Fliegengitter an Türen und Fenstern.