Halle l Viel Alkohol, zahlreiche Partys und damit auch große Menschenansammlungen: Auch in diesem Jahr kam es in Halle und Magdeburg in der Silvesternacht zu Straftaten und Unfällen. „In Magdeburg hatten wir rund 50 Einsätze in der Silvesternacht", sagte Gunner Krokotsch von der Polizeidirektion Nord. In Halle und Umgebung gab es am ersten Tag im neuen Jahr bis zum frühen Morgen 130 Einsätze. Die Beamten registrierten 30 Körperverletzungen. Ein Mann kam bei einem Autounfall ums Leben. In der Nähe von Wethau im Burgenlandkreis kollidierte er aus noch ungeklärter Ursache mit einem Baum, das Auto brannte aus. 

In Magdeburg musste zweimal die Hundertschaft der Polizei anrücken. So kam es noch vor Mitternacht auf dem Breiten Weg, in Höhe des „Bingöl"-Grills, zu einer Schlägerei mit 20 beteiligten Personen südländischer Herkunft. „Die Ermittlungen stehen noch am Anfang", so Krokotsch. Lediglich ein 18-jähriger Afghane wurde bisher als Opfer ermittelt, er erlitt leichte Verletzungen.

Vermummte attackieren Polizisten

Am Olvenstedter Platz haben außerdem 50 Vermummte einen schweren Landfriedensbruch begangenen und Geschäfte mithilfe von herausgerissenen Verkehrsschildern beschädigt. Fensterscheiben einer Bäckererei wurden dabei zerstört. Die Polizisten wurden bei der Ankunft am Tatort mit Flaschen, Steinen und pyrotechnischen Gegenständen beworfen. Bisher konnte nur ein 17-jähriger Magdeburger konnte als Täter ermittelt werden. Er hatte die Beamten zuvor mit einem Böller beworfen.

Bilder

Am Neustädter Platz haben 20 Personen mittels Feuerwerkskörper Sachbeschädigungen in der Einkaufspassage Märchenbrunnen begangen. Neun Täter zwischen 15 bis 25 Jahren konnten ermittelt werden, die unter anderem Betäubungsmittel, eine Schreckschusswaffe, Quarzhandschuhe und eine Sturmhaube dabei hatten.

Am Bruno-Taut-Ring wurden in der Nacht zwei Autos beschädigt, wobei ein Sachschaden von rund 20.000 Euro entstanden ist. Nach Angaben eines Zeugen, wurden Feuerwerksraketen in Richtung eines Parkplatzes abgefeuert, wobei zwei Autos beschädigt wurden. Die Polizei nimmt weitere Hinweise unter der Telefonnummer 0391/5463292 entgegen.

30 Körperverletzungen

Auch im Süden Sachsen-Anhalts verlief die Silvesternacht nicht überall ruhig. Rund 30 Körperverletzungen wurden begangen. Es gab auch zahlreiche kleinere Einsätze wie Sachbeschädigungen oder Anrufe wegen Ruhestörung.

So kam es in Halle unter anderem zu einem Balkonbrand, ausgelöst durch eine Silvesterrakete. Andernorts flog eine Rakete durch ein Fenster in ein Zimmer und explodierte. Ebenfalls in Halle misslang der Versuch, eine Rakete zu starten, sie fiel um flog einem Mann in den Rücken. Er wurde ärztlich behandelt. Zu einer körperlichen Auseinandersetzung kam es im Bereich "Am grünen Feld", wobei zwei Personenegruppen in einen Streit gerieten. Es kam zu Schlägen, Flaschenwürfen und Einsatz von Pyrotechnik - fünf Personen wurden verletzt.

An der Stadthalle in Weißenfels beschädigten Unbekannte acht Laternen, während in einem andren Stadtteil zwei Personen durch unbekannte Täter geschlagen und leicht verletzt wurden.

Für einen 18-Jährigen aus dem Landkreis Mansfeld-Südharz fiel die Silvesternacht sprichwörtlich ins Wasser. Die Polizei stellte bei dem jungen Mann am Nachmittag über 70 Böller verschiedener Art und Größe, jedoch alle nicht in Deutschland zugelassen, sicher.