Magdeburg l Vom 27. Februar bis 26. März startet im Breiten Weg 31 das Projekt „urst urban“. Ein Ladenraum der Wobau wird einen Monat lang Freiraum für künstlerische, soziale, kulturelle, forschende und alltägliche Veranstaltungen. Kevin Lüdemann sprach mit Initiatorin Miriam Neßler (22).

Volksstimme: Wie bist du auf die Idee gekommen?

Miriam Neßler: Ausgangspunkt war die Überlegung, dass es in der Magdeburger Innenstadt an Räumen mangelt, in denen man sich für einen längeren Zeitraum aufhalten kann, ohne etwas kaufen oder konsumieren zu müssen, obwohl gerade hier viele Menschen unterwegs sind. Der Raum befindet sich direkt am Katharinenturm und wird mit Sofas, Sesseln, WLAN, Wasser, Büchern und sogar einem Kühlschrank, den die Lebensmittelretten-Initiative Magdeburg mit frischen Lebensmitteln befüllt, gemütlich gemacht. Dieser Raum in der Innenstadt soll die Menschen verbinden – unabhängig von Alter, Herkunft oder Interessen. Dafür gibt es viele Veranstaltungen.

Was erwartet die Besucher?

Das Angebot umfasst Vorträge, Lesungen, Sprachcafés und andere Sprachangebote, einen Umsonst-Flohmarkt, Ausstellungen, Modenschauen junger und alter Magdeburger Modemacher, einen Kleidertausch, ein Politiker-Poker mit Wahlkampfkandidaten, Akustikkonzerte, Tanz- und Theaterworkshops, künstlerische Stadtforschungsmethoden, einen Abend zu Fluchtgeschichten und vieles mehr. Dabei sind alle Veranstaltungen für die Besucher kostenfrei.

Wer organisiert dieses umfangreiche Programm?

Das Projekt entstand auf Eigeninitiative – in Kooperation und mit Hilfe vieler Partner. Darunter sind Einzelpersonen wie Studenten, Künstler, Designer, Musiker und Theaterschaffende, soziale und kulturelle Initiativen wie zum Beispiel Beginn Nebenan, Swingkollektiv Magdeburg und Schreibkräfte Magdeburg, Vereine wie der Kulturanker oder die Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt sowie Kultur- und Bildungsinstitutionen wie die Städtische Volkshochschule und das Kulturzentrum Feuerwache. Unterstützung bekommen wir außerdem vom Projekt „Durchstarten“, von der Wobau, der GWA Altstadt und den SWM, worüber wir uns sehr freuen.