Halberstadt l Zahlen, Lebensmittelbezeichnungen, Namen der öffentlichen Verkehrsmittel, Tipps fürs Einkaufen und Erste Hilfe. All das und noch mehr enthält die Übersetzungshilfe für Flüchtlinge, die die 12a des Käthe-Kollwitz-Gymnasiums in Halberstadt zusammengestellt hat. „Wir haben in der Klasse diskutiert, welche Begriffe man als erstes braucht, wenn man eine neue Sprache lernt“, erklärt Schülerin Annelie Riechau. Das Ergebnis ist ein DIN A4-Heft mit insgesamt zwölf laminierten Seiten, die Bilder, Fotos und Symbole zeigen. Direkt neben oder unter den Abbildungen stehen die dazugehörigen Begriffe sowie zum Teil auch kurze passende Sätze. Die Formulierungen sind jeweils auf Deutsch und auf Englisch.

Die Idee für die Sprachlernhilfe stammt von Dominic Dosdall. „Ich habe mich gefragt, was wir außer Spenden sammeln noch tun könnten, um den Flüchtlingen zu helfen. Da kam mir dann die Idee für das Heft.“ Der 17-Jährige sprach mit seiner Klassenlehrerin und Schulleiterin Regina Zimmermann über seinen Einfall. Anschließend wurde die Idee in der Klasse umgesetzt.

Unter der Anleitung der Lehrerin haben die Schüler vier Wochen lang an den Übersetzungsheften gearbeitet. In den ersten zwei Wochen wurde das Konzept festgelegt, die letzten zwei Wochen dienten der Herstellung der einzelnen Seiten.

Bilder

Dieser Aufgabe haben sich die Schüler in ihrer Freizeit und neben ihren Schulaufgaben gewidmet. „Zuerst haben wir nur zwei Hefte fertig gemacht, um die Idee einmal auszutesten. Jetzt sind noch 20 weitere entstanden“, sagt Marco Dosdall. Die englische Übersetzung haben die Schüler nachträglich ergänzt. „Als wir vor zwei Wochen in der Zast waren und mit einigen Flüchtlingen persönlich gesprochen haben, hat sich gezeigt, dass viele ganz gut Englisch sprechen können“, erklärt Schülerin Annelie Riechau.

Die Kosten für die Farbkopien und Laminierfolien, die für die insgesamt 22 Hefte benötigt wurden, werden von der Schule getragen. Geplant ist, dass die Schüler die Übersetzungshilfen noch vor Weihnachten in der Zentralen Anlaufstelle für Asylbewerber (Zast) verteilen. „Eventuell können wir das mit der Aktion ‚Weihnachten im Schuhkarton‘ kombinieren“, sagt Schulleiterin Regina Zimmermann In diesem Jahr möchte die Schule nämlich keine Päckchen verschicken, sondern stattdessen Weihnachtsspenden für die in Halberstadt untergebrachten Flüchtlinge sammeln.

Als Nächstes möchten die Schüler Bälle sammeln. „Als wir vor zwei Wochen in der Zast waren, um mit den Flüchtlingen Schach zu spielen, wurden wir von vielen gefragt, ob wir Fußbälle dabei hätten und mit ihnen spielen würden“, sagt Dominic Dosdall.