Möckern l Pascal Giebeler weiß schon ganz genau, was er später beim THW einmal machen möchte: „Am besten in der Fachgruppe Wassergefahren“, sagt der 14-Jährige. Also der THW-Truppe, die sich auf Wasser-Einsätze spezialisiert hat. „Bootsführer wäre gut“, sagt er und denkt schon ein bisschen an die Ausbildungszentren im niedersächsischen Hoya und Neuhausen (Baden-Württemberg). Doch bis dahin ist es ein weiter Weg. Vor ihm liegt jetzt erst mal der Landesjugendwettkampf am Samstag in Friedensau, einem Ortsteil von Möckern.

Von der Nachhilfe zum THW

Was dabei genau auf ihn und die anderen Jugend-THWler zukommt, ist noch ein gut gehütetes Geheimnis, schmunzelt Ortsjugendbeauftragter Niklas Dieckmann. „Es geht zwar auch darum, während der zwei Wettkampfstunden bestimmte Fertigkeiten zu zeigen“, sagt er, aber der Leitfaden für unsere Jugendarbeit heißt auch, Spaß und Spannung dürfen nicht zu kurz kommen.“

Bestandteile des Wettkampfes sind sowohl praktische als auch theoretische Aufgaben. Zum Beispiel das Übermitteln von UMTS-Koordinaten per Sprechfunk, das Orientieren auf Landkarten, Bau von behelfsmäßigen Übergängen, Grundlagen von Rettung und Bergen. Einmal im Monat treffen sich die Jungen und Mädchen in den blauen Uniformen mit den signalgelben Streifen und den gelben Helmen zur Ausbildung. „THW macht Spaß“ – das ist für Pascal keine Frage. Und er kann sich noch genau daran erinnern, wie er im August 2017 zum THW kam: „Ich war in Mathe nicht so gut. Mein Nachhilfelehrer war Jugendbetreuer, er hat mir davon erzählt und mich gefragt, ob ich nicht mitmachen möchte.“

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Bei Jannik Gerlach war es die Mutter, die sein Interesse am Technischen Hilfswerk geweckt hat. „Sie ist bei den ,Wassergefahren‘ Aber ich weiß noch nicht, ob ich das mal machen möchte.“ Erstmal wolle er zur Bergungsgruppe. Menschen betreuen, die in Gefahr sind, Verletzten Erste Hilfe leisten und sie bergen.

Sieben Teams mit 40 Teilnehmern haben sich für den Wettkampf auf sieben Bahnen angemeldet – davon vier aus Sachsen-Anhalt – aus Magdeburg, Halle und Quedlinburg. „Die Magdeburger sind so stark, dass sie die Halberstädter in einer gemischten Mannschaft unterstützen können“, so Ellen Krukenberg vom THW Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt.

209 Kinder und Jugendliche angereist

Erfreulich sei zudem, „dass beim THW-Jugendcamp in Friedensau, zu dem 209 Kinder und Jugendliche angereist sind, auch drei Jugendgruppen der Freiwilligen Jugendfeuerwehren aus Westpommern und Niederschlesien teilnehmen. „Auch Gast-Jugendgruppen aus Braunschweig haben zugesagt.“

Elias Markert steht mit Pascal und Jannik an zwei Sägeböcken. Darüber eine Holzleiste. Sie trainieren das schnelle, saubere Sägen – eine Disziplin, die bestimmt am Sonntag abgefordert wird.

Auch Bohren und Verbinden könnte beim Wettkampf gefragt sein. „Neben der Holzbearbeitung üben wir auch den Umgang mit der Leiter und der Technik“, sagt Markert.

Ganz wichtig seien Stiche und Bunde und der Jugendausbilder erklärt: „Stiche sind Leinenverbindungen zum Anschlagen von Leinen an Objekte und zum Verbinden von Leinen miteinander.“ Bunde hingegen seien Leinenverbindungen zum festen Verbinden beziehungsweise Verlängern von Konstruktionsteilen, überwiegend Hölzern wie Bohlen, Rund- oder Kanthölzer. Elias beherrscht besonders gut den Webleinstek oder Mastwurf, der auch als Achterschlinge bekannt ist. Schirmherr der Veranstaltung in Friedensau ist der Ruder-Olympionike Marcel Hacker. Der gebürtige Magdeburger wird auch eine Nacht in Friedensau im Camp verbringen.