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Karneval: Planungen in Sachsen-Anhalt laufen - Corona sorgt für Ungewissheit

Fällt der Karneval in Sachsen-Anhalt wieder aus? Die Ungewissheit ist groß, aber die Vereine planen für den Normalfall, ohne größere Corona-Einschränkungen. Absagen aus Kostengründen gibt es bislang nicht.

Von dpa 21.10.2021, 06:55
Bei der Planung könne in Sachsen-Anhalt der Einkauf von professionellen Künstlern vernachlässigt werden.Foto: Fabian Strauch/Symbol/
Bei der Planung könne in Sachsen-Anhalt der Einkauf von professionellen Künstlern vernachlässigt werden.Foto: Fabian Strauch/Symbol/ dpa

Halle/Köthen (dpa/sa) - Corona lässt die Narren Sachsen-Anhalts kurz vor dem Sessionsbeginn am 11.11. im Ungewissen. «Aber die Vereine gehen nicht pessimistisch heran und versuchen unter den gegebenen Umständen die Veranstaltungen zu planen», sagte der Präsident des Karneval Landesverband Sachsen Anhalt (Südharz OT Rottleberode), Dirk Vater. «Momentan gibt es keinen Verein, der gar nichts macht und die komplette Session abgesagt hat. Die meisten sind ja froh, dass überhaupt wieder etwas geht. Ob man das dann abgespeckt fährt, vielleicht nur einzelne Veranstaltungen bietet, das müssen wir abwarten.»

Laut Vater sind die Veranstalter davon abhängig, was die 2G- oder 3G-Regeln zulassen. Bei 2G dürfen nur Geimpfte und Genesene dabei sein, bei 3G auch aktuell Getestete. «Ich denke, es wird darauf hinauslaufen, dass man mehr für 3G plant, denn 2G ist bei der derzeitigen Impfquote nicht umsetzbar», sagte der Landespräsident. «Bei 3G muss man natürlich wieder die Auflagen der Verordnungen einhalten. Da kommt es darauf an, was die einzelnen Landkreise und Saalvermieter zulassen und wie wirtschaftlich das Ganze zum Schluss noch für die Vereine ist.»

Bei der Planung könne in Sachsen-Anhalt der Einkauf von professionellen Künstlern vernachlässigt werden. «Das wird alles noch in Handarbeit gemacht», sagte Vater. Bei den Saalverträgen sei man mittlerweile flexibel, damit die Vereine aus den Vereinbarungen bei Bedarf wieder schadlos herauskämen.

Für den 11.11. ist die Planung beim Halle-Saalkreis Karneval Verein abgeschlossen. «Wir holen den Bürgermeister aus dem Rathaus ab und bringen ihn in das Hallesche Brauhaus. Hier können wir auch unter Corona-Bedingungen feiern. Es gibt Gästenachweise sowie separaten Eingang und Ausgang», sagte der Präsident Ingo Küßner. «Bei der Planung der weiteren Veranstaltungen geht der größte Teil der Vereine in der Region Halle von 2G aus, also wenn man so will, Karneval nur für Geimpfte.» Die Planung für den Rosenmontagsumzug ist in Halle noch offen. «Wir warten ab, was der neue Beschluss Mitte November bringt», sagte Küßner.

In Köthen wird es am 11. November keine öffentliche Schlüsselübergabe mit dem Bürgermeister geben und auch kein Bühnenprogramm. «Die Schlüsselübergabe wird online übertragen», sagte der Präsident der 1. Köthener Karnevalsgesellschaft (KUKAKÖ), Karsten Todte. «Aufgrund der Corona-Situation sind die Corona-Sicherheitsmaßnahmen auf dem Markt nicht umsetzbar.»

Die Karnevalsveranstaltungen beginnen in Köthen ab Januar 2022. «Das ist natürlich alles mit Unsicherheiten verbunden, aber wenn man es nicht plant, wird es nichts», sagte Todte. «Wir planen also erst mal ganz normal. Aber wir haben die Hoffnung, dass es im nächsten Jahr bei uns Sessionsveranstaltungen gibt. Man kann eigentlich immer nur an die Bevölkerung appellieren, sich impfen zu lassen. Das ist der einzige Weg, wieder zur Normalität zurückzukehren.»

Der Rosenmontagszug wird in Köthen auch ganz normal geplant. Ob im Zweifel Veranstaltungen abgesagt werden müssen, kann zum jetzigen Zeitpunkt noch niemand sagen.

Nach Angaben des Landesverbandes gibt es derzeit 190 Karnevalvereine mit rund 17 800 Mitgliedern.