Magdeburg l „Berliner müssen einen Monat auf Termin warten“, „Vor verschlossenen Türen – Terminstau im Potsdamer Bürgerservice“, „Das große Warten bei der Kfz-Zulassungsstelle Mainz“, „Terminstau in den Gelsenkirchener Bürgercentern“ – das sind nur einige der bundesweiten Schlagzeilen, die den Frust derer, die ein Auto an-, ab- oder ummelden wollen, auf den Punkt bringen. Sachsen-Anhalt ist da keine Ausnahme.

So hat der Magdeburger AfD-Stadtrat Ronny Kumpf auf seine Anfrage zum Thema „Terminstau in den Bürgerbüros“ von der Stadtverwaltung am 20. Juli die Antwort erhalten, dass Termine nur zwei Monate voraus gebucht werden können.

Gegenüber der Volksstimme spricht die Stadtverwaltung von „langfristiger Terminvergabe im Privatkundenbereich“. Wer jedoch ohne Termin in eines der Bürgerbüros komme, könne damit rechnen, dass „Zulassungsvorgänge in der Regel am selben Tag oder innerhalb weniger Tage erledigt werden“.

Die Landeshauptstadt verweist zudem darauf, dass „in Fällen, wo kein unmittelbarer Termindruck besteht, eine mittelfristige Terminvergabe im Online-Kalender (www.magdeburg.de/buergerservice) möglich ist.

Anträge per Post

Zum „Tagesgeschäft über gehen“ nach Auskunft des Salzlandkreises die Zulassungs/Bürgerbüros des Kreises. Allerdings komme es zu „Überlastungen bei telefonischen Anfragen im Zulassungsbereich, weil nur eine Mitarbeiterin Termine vereinbart und viele Fragen zum Zulassungswesen oder zu Führerscheinen beantworten muss“, so das Büro des Landrates. „Anders als andere Landkreise hat der Salzlandkreis mit Beginn der Pandemie zusätzlich die Möglichkeit geschaffen, die Anträge zur Kfz-Zulassung auch mit der Post zu schicken“, schätzt Gereon Schelhas vom zuständigen Fachbereich ein. Fünf bis sieben Tage müsse man auf einen Termin bei der Zulassungsstelle warten.

„Klassische Öffnungszeiten gibt es im Altmarkkreis Salzwedel gegenwärtig nicht“, beantwortet Landkreissprecherin Birgit Eurich eine Volksstimme-Anfrage. „Da sich aufgrund der Corona-Verordnung nicht mehr als sieben Personen in der Zulassungsstelle aufhalten dürfen, gibt es die klassische Art von Wartezeiten nicht.“

Allerdings hielten sich die Anmeldungen durch Privatpersonen sowieso in Grenzen. „Die meisten Fahrzeuge melden Autohäuser für ihre Kunden an. Und da gibt es gar keine Wartezeiten.“ Der Händler gebe die Unterlagen beim Pförtner ab und bekomme einen Anruf, wann er sie wieder abholen kann. „Privatpersonen haben die Möglichkeit, einen Termin online zu buchen. Jeden Freitag werden die Termine für die nächsten zwei Wochen freigeschaltet.“

Vincento Salvatore Lo Re, Niederlassungsleiter vom „Magdeburger Autoland“ kennt die Situation und sagt: „Die langen Wartezeiten bei den Ämtern spielen den Autohäusern in die Hände, die einen Anmeldeservice anbieten. Und das sind die meisten.“

Im Landkreis Stendal werden zurzeit Termine „ausschließlich telefonisch oder online vergeben“, so Angela Vogel, Leiterin des Landratsbüros. Die Wartezeit betrage aktuell etwa zehn Tage.

Ähnlich sieht es im Harz aus. Die Zulassungsstellen in Halberstadt und Wernigerode sind zwar für Publikumsverkehr geöffnet, aber wer keinen Termin hat, kommt umsonst. Sieben Tage Wartezeit gibt es laut Landkreissprecher Manuel Slawig. Zusätzliche Öffnungszeiten gebe es nicht und auch zusätzliche Mitarbeiter seien nicht an den Brennpunkt beordert worden.

Händler unzufrieden

Ein Autohändler aus dem Harz, der namentlich nicht genannt werden will, ist unzufrieden und sagt, dass Termine bis zu vier Wochen im Voraus vergeben werden. In Oschersleben habe er eine Woche lang versucht, Autos anzumelden. „Mir kann doch keiner erzählen, dass man dort so überlastet ist“, schimpft er.

Wer im Landkreis Börde sein Auto an-, ab- oder ummelden will, muss „zwischen einem Tag und drei Wochen warten“, teilt Pressesprecher Uwe Baumgart mit. Um die Schutzmaßnahmen einzuhalten, habe sich die Bearbeitungszeit erhöht.

Cornelia Günther, Geschäftsführerin im Autohaus Perlberg in Burg, sieht Licht am Ende des Tunnels. Sie nutze die Online-Termine.