Magdeburg l Für Christine Wölk und Manuel Rupsch – zwei unterschiedliche Elternparteien an der Magdeburger Kita „Kumquats“ – war es ganz selbstverständlich, dass ihre Kinder nach dem ersten Geburtstag die Kita besuchen. „Wer berufstätig ist und bleiben möchte, sollte nach einem Jahr Elternzeit wieder einsteigen“, sagt Christine Wölk. Die 43-jährige Berufs- und Betriebspädagogin ist dreifache Mutter und Vorsitzende des Kita-Kuratoriums, in dem Erzieherinnen und Eltern gemeinsam das Leben in der Kita lenken. Die Söhne von Christine Wölk sind mit 12 und 6 Jahren schon der Kita entwachsen. Tochter Linda ist das 2-jährige Nesthäkchen und auch schon ein erfahrenes Krippenkind. „Alle drei sind unterschiedliche Charaktere, aber bei allen haben wir positive Erfahrungen mit dem Kita-Besuch gemacht.“ Christine Wölk ist überzeugt, dass das Miteinander – „sich streiten und vertragen, Aufgaben übernehmen, sich helfen und teilen“ – in der größeren Gruppe besser gelernt werden kann als im familiären Umfeld.

Manuel Rupsch teilt die Ansicht. Auch Matheo und Manoah, die Söhne des 35-Jährigen, besuchen die Kita seit ihrem ersten Lebensjahr. „Ich bin auch mit einem Jahr in die Krippe gekommen, in eine DDR-Krippe in Luckenwalde. Es war nicht zu meinem Schaden“, sagt Rupsch, wiewohl er sich ans Töpfchen-Sitzen in Reih und Glied sogar erinnern kann. „Wir haben viel Blödsinn gemacht und gelacht dabei.“ Rupsch hat eine spezielle Perspektive auf die Kinderbetreuung. Seine Schwester arbeitet in einer Kita in Hannover; eine Schwägerin ist Tagesmutter in der Schweiz, „da zahlen die Eltern 600, 700 Schweizer Franken im Monat“.

Rupsch selbst ist im Hauptamt CDU-Parteiarbeiter und führt die Geschäfte der Fraktion im Magdeburger Stadtrat. „Ich bin kein Fan der Herdprämie“, räumt Rupsch einen Dissens mit Parteikollegen ein, die gerade die häusliche Erziehung von Kleinkindern belohnen wollen. Rupsch sagt: „Für meine Frau und mich ist wichtig, dass die Kinder sich wohlfühlen. Sie gehen gerne in ihre Kita.“

Bilder