Magdeburg l Im Tarifkonflikt zwischen den Ameos-Kliniken Bernburg, Aschersleben, Schönebeck, Haldensleben und der Verhandlungsgemeinschaft von Verdi und dem Marburger Bund konnte nach übereinstimmenden Angaben von Gewerkschaften und Ameos ein erstes Zwischenergebnis erzielt werden. Wie Verdi am Freitag mitteilte, steigen die aktuellen Tabellenentgelte in den nächsten zwölf Monaten für die Beschäftigten in Bernburg, Aschersleben und Schönebeck um 8 Prozent. In Haldensleben es sogar um 8,6 Prozent, da hier der Einkommensrückstand größer sei. Darüber hinaus werde es zwei Einmalzahlungen in Höhe von insgesamt 700 Euro für die erstgenannten Kliniken geben. In Haldensleben würden insgesamt 800 Euro zur Auszahlung gebracht.

Die Vereinbarung gilt bis zum 30. Juni 2021. Bis dahin würden die Tarifparteien ihre Verhandlungen fortsetzen, um weitere Tarifvertragsbestandteile zu regeln. „Es ist ein Zwischenergebnis, welches zu zeitnahen Einkommenssteigerungen bei den Beschäftigten führt. Das Gesamtziel eines kompletten Tarifwerkes verlieren wir dabei nicht aus den Augen. Am Ende muss ein Tarifvertrag unterzeichnet sein, der sich klar am Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes orientiert", sagte Verdi-Verhandlungsführer Bernd Becker. „Die aktuelle Pandemie hat gezeigt, wie wichtig eine gute und flächendeckende Gesundheitsversorgung ist."

„Es ist ein Zeichen in die richtige Richtung. Vor allem begrüßen wir, dass die Entgelte für die Notarzteinsätze jetzt angepasst sind. Jetzt sollten die weiteren Bestandteile folgen. Das gilt vor allem für die Ausgestaltung des Bereitschaftsdienstes", sagte Andrea Huth vom Marburger Bund. Ameos-Regionalgeschäftsführer Frank-Ulrich Wiener bestätigte das Zwischenergebnis, welches  allerdings noch schriftlich fixiert werden müsse. „Wir haben eine Zwischenlösung, die unter  schwierigsten Bedingungen zu Stande gekommen ist", sagte er am Freitag der Volksstimme. Die geplante Anhebung erfolge in mehreren Stufen, die erste sei rückwirkend zum 1. Mai vorgesehen. Einem Tarifvertrag, der sich am öffentlichen Dienst orientiert, erteilte Wiener allerdings eine Absage. „Das lässt die wirtschaftliche Situation von Ameos nicht zu", sagte er.