Arendsee l Sein Heimatdorf ist klein, seine Ambitionen groß. Michael Benecke aus dem beschaulichen Zehren im Altmarkkreis Salzwedel geht als jüngster Kandidat für die CDU in den Wahlkampf zur Kommunalwahl am 26. Mai. Sowohl für dem Kreistag als auch für den Stadtrat im Luftkurort Arendsee.

„Ich komme aus einer politisch interessierten Familie“, sagt der 18-Jährige. Das zeigt sich schon täglich am elterlichen Abendbrottisch, wenn mit der Familie über regional relevante Themen gesprochen wird. „Die Diskussionskultur zu Hause, das hat mich geprägt.“ Von Phrasen und Stänkereien hält der junge Altmärker reichlich wenig. Vielmehr legt er Wert auf eine gesunde Streitkultur, bei der die Meinung des anderen ernst genommen wird. Das merkt man auch im Gespräch mit ihm. Der 18-Jährige überlegt genau was er sagt, ist eloquent und höflich.

Und wenn Michael Benecke nicht mit der Familie über Politik spricht, dann tut er das im Großen. Denn der 18-Jährige, der im kommenden Jahr sein Abitur in der Hansestadt Salzwedel schreibt, ist außerdem noch Referent des CSU-Bundestagsabgeordneten Erich Irlstorfer. Zudem ist er Kreisvorsitzender der Jungen Union und gewähltes Mitglied im Kreisvorstand der Christdemokraten. Sein Terminkalender liest sich wie der eines Politprofis, stünden dort nicht beispielsweise auch Hausaufgaben in Mathematik oder Biologie.

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Der Mensch im Mittelpunkt

Sein Engagement bei der CDU hat sich der junge Mann gut überlegt. Im Vorfeld habe er sich über die Parteienlandschaft genau informiert: „Der Kompass schlug in Richtung Union.“ Das christliche Menschenbild hat mich in die Politik gebracht“, sagt er. Dies habe er in der Kirche mitbekommen, die habe ihn geprägt: „Ich nehme die Sorgen und Nöte der Leute ernst.“ Für ihn stehe „der Mensch im Mittelpunkt“.

Michael Benecke ist aber nicht blauäugig. Er weiß, dass das bei einigen Politikern nicht der Fall ist – auch nicht in den eigenen Reihen. Der 18-Jährige bezeichnet sich selbst als „liberal konservativ“, ist politisch auf dem laufenden. Egal, ob Bundes-, Landes- oder Kommunalpolitik. Aufgrund seines politischen Engagements und der Distanz zwischen Altmark und Magdeburg oder Berlin schläft er häufig nur rund fünf Stunden.

Dass er der jüngste in den Reihen der CDU-Kandidaten ist, stört den Altmärker wenig. Auch wenn er das hohe Durchschnittsalter der Christdemokraten als Problem sieht. „Altbacken – da ist was dran.“ Trotzdem: „Wir tauschen uns gern aus.“ Er lerne etwas von den Älteren und diese legen Wert auf seine Meinung. Der generationsübergreifende Austausch sei stets auf einer Art freundschaftlicher Ebene. „Wir sind uns eigentlich ziemlich ähnlich.“

Verantwortung übernehmen

Im Moment beschäftigt den 18-Jährigen die Rentenpolitik. Das Rentenkonzept der Sozialdemokraten sei „nicht für die Zukunft geeignet“. Zwar sei Wohlstand für alle die richtige Maxime, doch alles müsse stets auch finanzierbar sein. Daher sei kein Renteneintrittsalter in Stein gemeißelt. Erst recht nicht im Hinblick auf die immer älter werdende Gesellschaft. „Mir ist aber auch klar, dass ein Bauarbeiter mit 70 nicht mehr arbeiten kann.“

In seiner Heimat, der Altmark, sieht er beim Thema Infrastruktur, digitalem Fortschritt und mangelnden Arbeitsplätzen noch Handlungsbedarf. Aber es gibt auch Gutes: Denn im Bereich Kultur, diversen lokalen Persönlichkeiten und als Erholungsregion sieht er den Altmarkkreis als Vorreiter.

Und in seiner Heimat will er nach einem Jurastudium auch bleiben: „Junge Menschen haben Verantwortung – wir müssen die Zukunft aktiv gestalten!“

Zum Profil der 79-jährigen Mechthild Kaatz, die zu den ältesten Kandidaten der Kommunalwahlen in Sachsen-Anhalt zählt.