Magdeburg l Sachsen-Anhalts Haushalte müssen für Strom wieder tiefer in die Tasche greifen. Am heftigsten spüren das die Staßfurter. Dort muss eine Familie im Jahr einen Hunderter mehr für die Energie hinblättern. Auch Magdeburg zog deutlich an. Die Städtischen Werke, jahrelang preiswertester kommunaler Versorger, verloren ihre Top-Position. Seit 2007 macht die Volksstimme diese Vergleiche. Seitdem sind sie die Preise um bis zu 50 Prozent gestiegen.

Stadtwerke machen die Preise an der Strombörse für die aktuelle Teuerung verantwortlich. Jahrelang kauften sie die Kilowattstunde für gut drei Cent ein. Im Laufe des vergangenen Jahres verdoppelte sich der Einkaufspreis nahezu. „Das war schon dramatisch“, sagt SWM-Geschäftsführer Helmut Herdt.

Der zweite Preistreiber sind die regionalen Stromnetze. Die werden kräftig ausgebaut, um neue Anlagen anzuschließen und den wetterabhängigen Wind- und Sonnenstrom perfekt zu verteilen. Zugleich sinkt aber der Strombedarf. „Wir merken den demografischen Wandel“, sagt Staßfurts Stadtwerkchef Eugen Keller. Sachsen-Anhalt hat vor allem auf dem Lande seit 2011 gut 60.000 Einwohner verloren. Mehr Leitungen, weniger Strom - das bedeutet hohe Fixkosten fürs Netz. Selbst im wachsenden Magdeburg stagniert der Stromverbrauch bei den Stadtwerkskunden. Effizientere Haushaltsgeräte machen sich bemerkbar. Versorger reagieren und erhöhen den Grundpreis. Den zahlt jeder Haushalt, egal wie viele Lampen er anknipst.

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In Magdeburg verdreifachte sich dieser nahezu von 52 auf 137 Euro im Jahr. „Das belastet vor allem kleinere Haushalte - also Rentner und Alleinerziehende“, sagt Verbraucherschützer Udo Sieverding. „Das ist ein soziales Problem.“