Naumburg (mf) l Die Staatsanwaltschaften in Sachsen-Anhalt haben im vergangenen Jahr mit rund 245.000 Ermittlungsverfahren 6,8 Prozent mehr Fälle bearbeitet, als noch im Vorjahr. Das sagte Klaus Tewes von der Generalstaatsanwaltschaft in Naumburg auf Nachfrage.

Auffällig ist laut Tewes, dass die Jugendkriminalität im Land erstmalig wieder deutlich zugenommen hat. Die Zahl der Beschuldigten stieg im Vergleich zum Vorjahr um etwa 13 Prozent von 151 466 auf 172.278.

An etwa einem Drittel aller Straftaten im Bereich der Rauschgiftkriminalität seien inzwischen Kinder und Jugendliche beteiligt. Auch die Ermittlungsverfahren wegen Kinder- und Jugendpornografie sind mit 544 auf 786 Fällen im vergangenen Jahr deutlich um knapp 45 Prozent gestiegen. Die Staatsanwaltschaft stelle dies vor große Herausforderungen. „Das Problem in diesem Bereich ist, dass die sichergestellten Datenmengen immer größer werden. Das muss alles gesichtet und in den Verfahren überprüft werden“, sagte Tewes. Die Dauer der Ermittlungen werden dadurch länger. Im vergangenen Jahr war die Zentralstelle zur Verfolgung solcher Straftaten in Halle an 31 Operationen mit 118 Tatverdächtigen beteiligt.

Bei den vier Staatsanwaltschaften und der Generalstaatsanwaltschaft sind 220 Staats- und Amtsanwälte beschäftigt. Gegen 12 357 Beschuldigte wurde Anklage erhoben. 13910 Strafbefehle wurden beantragt.