Schkopau l „Plaste und Elaste aus Schkopau“ ist einer der bekanntesten Slogans der übersichtlichen DDR-Werbewelt. Er beschreibt die Kunststoffprodukte aller Art des VEB Chemiekombinat Buna in Schkopau, die durch Karbid komplettiert wurde. Buna war mit seinen rund 18.000 Beschäftigten eines der fünf größten Industriekombinate der DDR. Auch was die Umweltverschmutzung angeht, nahm das Werk einen –al lerdings traurigen – Spitzenplatz ein.

Der Aufstieg Schkopaus zum Industriegiganten begann in den 1930er Jahren, möglich durch die Entwicklung des Synthesekautschuks durch die IG Farben. Der Markenname Buna geht auf die Ausgangsstoffe Butadien und Natrium zurück. Die Bauarbeiten für das Buna-Werk begannen 1935, zwei Jahre später lief in Schkopau die erste großtechnische Produktionsanlage für den Synthesekautschuk an. Im gleichen Jahr hatte die IG Farben auf der Weltausstellung in Paris einen „Grand Prix“ für die Entwicklung dieses Kautschuks erhalten. Er war für die Aufrüstung der Nazis außerordentlich wichtig. Bei Buna wurden zunächst ausschließlich Reifen produziert.

Nach dem Zweiten Weltkrieg ging die sowjetische Besatzungsmacht zügig an die Enteignung der Buna-Aktionäre. Das Schkopauer Werk wurde zu einer Sowjetischen Aktiengesellschaft (SAG) und 1954 in Volkseigentum überführt. Um die Tausenden Beschäftigten in den Chemiewerken Leuna und Buna rings um Halle zu beherbergen, entstanden die Wohnkomplexe Halle-Silberhöhe und Halle-Neustadt. Zunächst eine eigene Kommune, wurde Halle-Neustadt 1990 der Saalestadt zugeschlagen.

Nach der Wende ging das Chemiekombinat Buna in Treuhand-Verwaltung über. Dass der amerikanische Konzern Dow Chemical 1995 in Schkopau einstieg, bedeutete die Rettung des Industrie-standortes.

Damit gingen ein enormer Arbeitsplätzeabbau, der Abriss der veralteten Produktionsanlagen und die Sanierung des verseuchten Bodens einher. Die Grundlage für den heutigen Chemiepark in Schkopau war gelegt.

Neben den Plaste-Erzeugnissen, die noch in vielen Haushalten im Einsatz sind, erinnert bis heute eine voluminöse Ruine an das Buna-Kombinat der DDR-Zeit. Sie beherbergte das Kulturhaus des Werkes, 1953 als „Haus der Freundschaft“ errichtet und von der Sowjetunion gestiftet. Nach der Bezeichnung in der werkseigenen Gebäuderegis-tratur wurde es „X 50“ genannt.

Zum Komplex gehörten ein Gebäude samt Theatersaal mit über 750 Sitzplätzen und ein Konzertsaal mit 250 Sitzplätzen. Die Bühnentechnik soll zu den modernsten Anlagen in der DDR gehört haben. Seit Ende 1998 ist „X 50“ dicht. Das Haus wurde verkauft, vom Wiederaufbau war die Rede. Passiert ist bis heute nichts.