Inklusion

Land schließt Kitas für Hörgeschädigte

Eltern sind in Sorge, der Behindertenbeauftragte der Landesregierung hingegen lobt den Schritt.

Von Hagen Eichler 24.09.2015, 14:32

Halberstadt/Halle l Das Kultusministerium wird seine beiden Fördereinrichtungen für hörgeschädigte Vorschulkinder schließen. Bereits in diesem Sommer dürfen die Einrichtungen in Halberstadt und Halle keine weiteren Kinder mehr aufnehmen, in zwei Jahren ist dann endgültig Schluss. Die dort beschäftigten Erzieherinnen sollen andere Aufgaben erhalten. Kinder mit Hörschäden sollen künftig reguläre Kindergärten besuchen oder integrative Einrichtungen für Kinder mit verschiedenen Behinderungen.

Eltern, die ihre Kinder derzeit in den Spezial-Kitas untergebracht haben, halten die Streichung für falsch. „Warum soll der Ort geschlossen werden, wo unsere Kinder sich wohlfühlen?", fragt Kirsten Track aus Osterwieck, deren vierjährige Zwillinge seit einem Jahr in Halberstadt betreut werden. Der Behindertenbeauftragte der Landesregierung hingegen unterstützt den Kurs des Landes: „Sondereinrichtungen für behinderte Kinder sind ausgrenzend, die Kinder leben dort unter einer Käseglocke", sagt Adrian Maerevoet.