Streit in der AfD

AfD: Tillschneider soll Geheimabsprache zwischen Höcke und Parteispitze ausgeplaudert haben

Nach dem abgebrochenen Parteitag der AfD am Wochenende in Riesa geht der Streit innerhalb der Partei weiter. Hans-Thomas Tillschneider aus Sachsen-Anhalt soll eine Geheimabsprache zwischen Björn Höcke und der neuen Parteispitze ausgeplaudert haben.

Aktualisiert: 22.06.2022, 13:14
Partei-Rechtsaußen Hans-Thomas Tillschneider gilt als einflussreicher Strippenzieher in der AfD.
Partei-Rechtsaußen Hans-Thomas Tillschneider gilt als einflussreicher Strippenzieher in der AfD. Foto: dpa

Magdeburg/Riesa/DUR/slo – Nach dem abgebrochenen Bundesparteitag geht der Streit in der AfD weiter. Wie der MDR berichtet, soll Hans-Thomas Tillschneider aus Sachsen-Anhalt, der als Rechtsaußen in seiner Partei gilt, eine Geheimabsprache zwischen der Parteispitze und Björn Höcke ausgeplaudert haben.

Demnach soll der als rechtsextrem eingestufte Höcke auf einen Posten im neuen Bundesvorstand verzichtet haben. Dafür habe ihm die neue Spitze um Tino Chrupalla und Alice Weidel den Chefposten einer neu zu gründenden Kommission "zur Vorbereitung einer Parteistrukturreform" in Aussicht gestellt.

Streit in der AfD: Deal zwischen Höcke und Parteispitze entzweit Partei

Allerdings wurde der Parteitag am Sonntag nach einer stundenlangen Debatte um einen Antrag zur „Auflösung der EU“ vorzeitig abgebrochen, so dass es gar nicht mehr zur Gründung der Höcke zugesagten Kommission kam.

"Was Teile der Führung zusammen mit der Parteitagsleitung am Sonntag in Riesa abgezogen haben, war nichts anderes als die Fortsetzung des Krieges gegen die eigene Partei. Ich vermute hinter dem Geschehen ein Kalkül“, zitiert der MDR nun aus der internen Chatgruppe. Mehrere Mitglieder haben laut MDR die Echtheit der Nachricht bestätigt.

Die jetzt öffentlich gewordenen Äußerungen dürften dabei auch den Verfassungsschutz interessieren. Denn schon Beobachter des Parteitages berichteten, dass in der AfD ohne das einst als „Flügel“ firmierende Netzwerk um Höcke nichts mehr geht. Das Bundesamt für Verfassungsschutz beobachtet die AfD als rechtsextremen Verdachtsfall.