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GedenktagSkandal wegen Bauernprotesten: Holocaust-Gedenktag in Magdeburg wird abgesagt

Gunnar Schellenberger, CDU-Landtagspräsident von Sachsen-Anhalt, hat die Gedenkstunde zum nationalen Holocaustgedenktag abgesagt. Auf dem Domplatz finden zeitgleich die Bauernproteste statt. Dafür hagelt es Kritik von den Grünen.

Von Arne Birger Jeske Aktualisiert: 26.01.2024, 10:12
Wegen der Bauernproteste kann die geplante Holocaust-Gedenkfeier am 27. Januar auf dem Domplatz in Magdeburg nicht abgehalten werden.
Wegen der Bauernproteste kann die geplante Holocaust-Gedenkfeier am 27. Januar auf dem Domplatz in Magdeburg nicht abgehalten werden. Symbolbild: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Magdeburg/DUR. - Am 27. Januar wird die zweistündige Gedenkfeier für die Opfer des Holocausts auf dem Domplatz in Magdeburg nicht stattfinden. Die Gedenkfeier sollte, wie jedes Jahr am 27. Januar, für die ermordeten Magdeburger Sinti und Roma zur Zeit des Nationalsozialismus stattfinden.

Der Grund für die Absage sind die angemeldeten Bauernproteste, die stattdessen auf dem Domplatz abgehalten werden. Bei diesen werden circa 2.500 Teilnehmer und 300 Traktoren erwartet.

Schellenberger fürchtet um die Sicherheit der Teilnehmer der Gedenkfeier

In diesem Rahmen sei eine angemessene Gedenkfeier nicht möglich, gab Gunnar Schellenberger, Landtagspräsident von Sachsen-Anhalt bekannt.

Darüber hinaus sei Schellenberger über die sichere An- und Abreise aller Teilnehmer der Gedenkfeier besorgt. Man könne die Sicherheit der Teilnehmer des Gedenkens nicht gewährleisten, hieß es.

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Kritik wegen Absage der Gedenkfeier

Wegen der Absage hagelte es prompt Kritik. Cornelia Lüddemann, Grünen-Fraktionschefin, erklärte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur: "Diese Absage sei an Instinktlosigkeit kaum zu überbieten". Sie sprach bei dem Vorgehen von einem Alleingang von Schellenberger.

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Gedenkfeier soll nachgeholt werden

Die Gedenkfeier soll allerdings schnellstmöglich nachgeholt werden, hieß es danach aus dem Landtag. Dann soll die Gedenkfeier wieder im Plenarsaal des Landtags und am Denkmal für die verfolgten und ermordeten Opfern des Holocaust am Domplatz stattfinden.
Bei dem Nachholtermin können auch wieder in aller Stille Kränze niedergelegt werden.

Über den Gedenktag am 27. Januar

Der 27. Januar ist in Deutschland offiziell der "Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus". An diesem Tag wird an die Millionen von Menschen erinnert, die unter dem Regime der Nationalsozialisten geächtet, entrechtet, verfolgt und ermordet wurden. Der Gedenktag findet am 27. Januar statt, weil die Rote Armee am 27. Januar 1945 die Überlebenden des nationalsozialistischen Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau befreien konnte.