DDR-Vergangenheit

Für dumm verkauft - Kommentar zur neuen Ost-West-Debatte

Ostdeutsche sind noch immer nicht in der Demokratie angekommen, hat der Ostbeauftragte Wanderwitz behauptet. Wirklich?

Von Steffen Honig
Marco Wanderwitz (CDU), Ostbeauftragter der Bundesregierung. 
Marco Wanderwitz (CDU), Ostbeauftragter der Bundesregierung.  ZB

Wie treibt man Wähler, die man selbst gewinnen will, der AfD zu? Mit pauschaler Ossi-Schelte. Der Spitzenkandidat der sächsischen CDU hat dies gerade perfekt demonstriert. Ein Teil der Ostler ist nie in der Demokratie angekommen und für selbige verloren, weiß der Ostdeutsche Marco Wanderwitz. Darüber wird gern gestritten.

Besonders, wenn sich die Ost-Realität nicht mit Versprechen und Wünschen der westdeutsch dominierten Politik deckt. Das war oft der Fall in den vergangenen 30 Jahren. Mal wegen des industriellen Kahlschlags, mal wegen Rechtsextremismus, mal wegen Abwanderung und zuletzt wegen des Migrationsdrucks. Genau darauf hatte die AfD aufgesattelt und die großen Vorbehalte in der Bevölkerung in ihre Parolen umgemünzt.

Die CDU war nicht in der Lage, den dahinter stehenden Protest im Volke aufzufangen. Sie muss um Machtpositionen im Osten fürchten. Auch weil Christdemokrat Wanderwitz kurz vor der Sachsen-Anhalt-Wahl die Leute für dumm verkauft.

Die Debatte wird auch diesmal ausgehen wie das Hornberger Schießen.