Psychotherapie

Immer mehr junge Sachsen-Anhalter suchen Hilfe beim Psychiater

Junge Menschen in Sachsen-Anhalt gehen immer häufiger zum Psychotherapeuten. Die Zahl der Betroffenen hat sich seit dem Jahr 2009 mehr als verdreifacht.

Von Johannes Vetter
Die Wartezeiten für eine Psychotherapie können lang sein. Die Nachfrage ist zuletzt deutlich gestiegen.
Die Wartezeiten für eine Psychotherapie können lang sein. Die Nachfrage ist zuletzt deutlich gestiegen. Foto: dpa

Magdeburg. Junge Menschen in Sachsen-Anhalt suchen immer häufiger Hilfe beim Psychotherapeuten. Laut Arztreport der Krankenkasse Barmer hat sich ihre Zahl seit dem Jahr 2009 mehr als verdreifacht. Demnach begaben sich damals landesweit rund 5100 Menschen unter 25 Jahre in psychotherapeutische Behandlung, zehn Jahre später waren es rund 16.000. Ein Anstieg um 214 Prozent, nur in Mecklenburg-Vorpommern fällt dieser Zuwachs laut Barmer noch stärker aus.

Gründe dafür sind laut Axel Wiedemann, Landesgeschäftsführer der Krankenkasse, eine gestiegene gesellschaftliche Akzeptanz für die Hilfsangebote sowie leichtere Zugangsmöglichkeiten. Zudem habe sich die Zahl der Therapeuten erhöht. Im Jahr 2013 kümmerten sich nach Angaben der Krankenkasse noch 71 Therapeuten im Land um die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen, 2019 waren es bereits rund 115.

Gestiegene Nachfrage im Corona-Lockdown

Stark gestiegen ist die Nachfrage nach psychotherapeutischer Hilfe laut Ostdeutscher Psychotherapeutenkammer seit Beginn des zweiten Lockdowns. Eine Umfrage der Kammer hat ergeben, dass rund 80 Prozent der Psychotherapeuten im März 2021 eine deutlich gestiegene Nachfrage sehen.

Wartezeiten für Therapien bis zu einem Jahr

„Die meisten Kollegen sagen, sie haben keine Kapazitäten mehr“, berichtet Barbara Breuer-Radbruch, Magdeburger Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin. Wer eine Therapie beginnen möchte, müsse mit Wartezeiten zwischen drei Monaten und einem Jahr rechnen, sagt sie.