Corona

Sachsen-Anhalts 7-Tage-Inzidenz liegt erstmals in diesem Jahr unter 50

Was bedeutet das für die Sachsen-Anhalter? Und mit welchen Lockerungen können die Menschen im Land rechnen?

Von Kaya Krahn
Ein Hinweisschild zum Mindestabstand und zur Einhaltung der Corona-Regeln steht auf dem Alten Markt in Magdeburg.
Ein Hinweisschild zum Mindestabstand und zur Einhaltung der Corona-Regeln steht auf dem Alten Markt in Magdeburg. Foto: Peter Gercke / dpa

Magdeburg - Es ist so weit: Sachsen-Anhalts Inzidenzwert liegt wieder unter 50. Das erste Mal im Jahr 2021. Nach Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI) sogar das erste Mal seit dem vergangenen Oktober, wie diese Grafik zeigt.

Für viele Menschen bedeutet das einen Grund zur Freude: Denn sollte die Zahl fünf Tage unter 5o bleiben, stehen umfangreiche Lockerungen bevor.

Diese Lockerungen würden im Land in Kraft treten, wenn die 7-Tage-Inzidenz fünf Tage unter 50 bleibt:

  • Der Aufenthalt im öffentlichen Raum sowie private Zusammenkünfte mit Freunden, Verwandten und Bekannten eines Hausstandes wären mit höchstens fünf weiteren Personen gestattet.
  • Professionell organisierte Veranstaltungen, Messen und Ausstellungen wären mit höchstens 50 Teilnehmern gestattet. Vollständig geimpfte und genesene Personen müssten nicht mitgezählt werden.
  • Tanzveranstaltungen im Außenbereich mit höchstens 50 Besuchern zwischen 6 Uhr und 22 Uhr wären wieder gestattet, der Mindestabstand müsste zwischen Personen eines Hausstandes nicht eingehalten werden.
  • Sogenannte Spezialmärkte dürfen wieder mit eienr Personenzahl von 50 Besuchern öffnen. Vollständig geimpfte und Genesene werden nicht mitgezählt.
  • Prostitutionsstätten, Prostitutionsfahrzeuge und die Prostitutionsvermittlung im Sinne des Prostituiertenschutzgesetzes dürfte wieder betrieben werden. Die Hygieneregelungen müssen eingehalten werden.
  • Planetarien und Sternwarten dürften öffnen. Die Abstandsregeln müssen eingehalten werden, wobei die Anzahl der Besucher in geschlossenen Räumen auf höchstens 50 Besucher und im Freien auf höchstens 100 Besucher begrenzt ist. Vollständig geimpfte und genesene Personen müssten nicht mitgezählt werden.
  • Literaturhäuser, Theater (einschließlich Musiktheater), Filmtheater (Kinos), Konzerthäuser dürften für den Publikumsverkehr geöffnet werden -  in geschlossenen Räumen mit höchstens 200 Besuchern und im Freien mit höchstens 300 Besucher.
  • Soziokulturelle Zentren, Bürgerhäuser und Angebote von Mehrgenerationenhäusern dürften für Gruppen bis höchstens zehn Personen öffnen.
  • Stadt- und Naturführungen wären mit höchstens 50 Teilnehmern gestattet, wenn sichergestellt ist, dass die allgemeinen Hygieneregelungen eingehalten werden. Vollständig Geimpfte und Genesene würden nicht mitgezählt.
  • Sportbetrieb dürfte wieder mit Zuschauern stattfinden: In geschlossenen Räumen dürften 50 Personen und im Freien auf 100 Personen zuschauen. Vollständig geimpfte und genesene Personen müssen nicht mitgezählt werden.
  • Jeder Bewohner einer Pflegeeinrichtung dürfte zeitgleich von höchstens fünf Personen Besuch bekommen.
  • Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflegestellen dürften in den Regelbetrieb starten.

Corona-Chronologie in Sachsen-Anhalt

Bis zum 10. März 2020 gab es nicht einen einzigen Corona-Fall im Land Sachsen-Anhalt. Das änderte sich schlagartig: Am Tagesende waren es sieben Infizierte. Nur elf Tage später gab es den ersten Corona-Todesfall.

Fortan stiegen die Zahlen stetig immer weiter, bis sie vor ziemlich genau einem Jahr zu sinken schienen. Am 20. April traten erste vorsichtige Lockerungen in Kraft - einzelne Geschäfte durften wieder öffnen, die Kinder-Notbetreuung wurde ausgeweitet.

Drei Tage später, am 23. April, wurde die Maskenpflicht eingeführt und weitere Lockerungen (Tierparks, Zoologische und Botanische Gärten und ähnliche Freizeitangebote durften unter Auflagen öffnen) traten in Kraft.

Am 4. Mai gingen die Lockerungen weiter - neue Verordnung, neue Regeln. Friseure und Gottesdienste durften wieder ihre Pforten öffnen. Am 22. Mai sollten Gastronomiebetriebe wieder öffnen dürfen.

Nach den ersten vorsichtigen Lockerungen traten am 28. Mai 2020 dann sehr umfangreiche Veränderungen in Kraft: Private Treffen mit bis zu zehn Personen wurden erlaubt, private Feiern konnten mit bis zu 20 Personen stattfinden. Fitnessstudios, Schwimmbäder, Kinos, Theater und Freizeitparks dürfen wieder öffnen. Das Besuchsverbot für Krankenhäuser wurde aufgehoben. Hotels  dürfen wieder Gäste aus ganz Deutschland beherbergen.

Doch die Freude hielt nicht lange an: Ab dem 11. Juni steigen die Zahlen wieder stetig an. Trotzdem sollte es weitere Lockerungen geben; während einige Schulen öffneten, mussten andere bereits wieder wegen Corona-Fällen schließen.

Am 15. September beschließt die Landesregierung weitere Lockerungen: professionell organisierte Veranstaltungen in geschlossenen Räumen sollten bis zu 500 Gäste haben dürfen. Ab November wären 1000 Besucher erlaubt, hieß es damals aus der Staatskanzlei. Für noch größere Sport- und Kulturveranstaltungen können die Kommunen demnach Ausnahmegenehmigungen beantragen. Diskotheken sollten ab dem 1. November öffnen dürfen. Doch dazu wird es aber nicht mehr kommen.

Am 13. Oktober rudert die Landesregierung bei den Lockerungen zurück, das Infektionsgeschehen ließe das nicht mehr zu. Am 15. Oktober wurde bestimmt, dass Diskos, Bars und Clubs doch nicht zum 1. November öffnen dürfen.

Das Jerichower Land wird am 21. Oktober 2020 zum ersten Risikogebiet des Landes. Die 7-Tage-Inzidenz liegt dort bei knapp über 68, ab 50 gilt eine Region als Risikogebiet.

28. Oktober: Der Bund beschließt umfangreiche Einschränkungen zur Eindämmung des Corona-Virus. Einen Tag später entscheidet die Landesregierung, die Maßnahmen, bis auf einige Ausnahmen, mitzutragen.

Zum 2. November 2020 trat dann der Teil-Lockdown in Kraft. Am 16. Dezember kam es zum Shutdown in Sachsen-Anhalt. Am 1. März durften dann Friseure, Gartencenter und Baumärkte wieder öffnen.

Die anstehenden Lockerungen, sollte der Inzidenz-Wert fünf Tage unter 50 bleiben, wären seit November die umfangreichsten Aufhebungen der Regeln.

Geimpfte in Sachsen-Anhalt:

Nur wenige Tage nach dem Shutdown, am 26. Dezember 2020, wurde in Halberstadt die erste Corona-Impfung in ganz Deutschland durchgeführt. Seitdem holperte es immer wieder bei der Impfstoffbeschaffung und -vergabe.

Neben Debatten um Halles OB Bernd Wiegand (parteilos) gab es beispielsweise Diskussionen um die Impfstoffausgabe an Polizisten in Stendal.

Die Zahl der gegen Covid Geimpften steigt in Sachsen-Anhalt seitdem immer weiter. Bereits 38,1 Prozent (Stand: 25. Mai 2021) der Bevölkerung sind zum ersten Mal gegen das Virus geimpft. Die Zweitimpfung haben indes 13,7 Prozent bekommen.