1. Startseite
  2. >
  3. Sachsen-Anhalt
  4. >
  5. Landespolitik
  6. >
  7. Schüler sollen in den Sommerferien zur Schule gehen

Corona Schüler sollen in den Sommerferien zur Schule gehen

Nach massivem Stunden-Ausfall in der Corona-Pandemie: Jetzt kommt die Forderung nach freiwilligem Unterricht auch in den Sommerferien. Tatsächlich finden Politiker in Sachsen-Anhalt den Vorschlag gut.

Von Michael Bock 16.4.2021, 17:50
Unterricht in der Grundschule Bad Dürrenberg
Unterricht in der Grundschule Bad Dürrenberg Symbolfoto: DPA

Magdeburg. Schüler müssen ihre Lernrückstände in Sommerschulen abbauen können. Das fordert der Generalsekretär der Bundesschülerkonferenz, Dario Schramm. Die Teilnahme an den zusätzlichen Lernangeboten solle aber freiwillig sein. Pensionierte Lehrer oder Lehramtstudierende könnten den Job übernehmen. In der Corona-Pandemie ist massenhaft Unterricht ausgefallen.

In Sachsen-Anhalt gibt es unterschiedliche Reaktionen. Grünen-Bildungspolitiker Wolfgang Aldag sagte: „Solche Angebote sind sinnvoll, damit Kinder und Jugendliche mit Lernrückständen den schulischen Anschluss nicht verlieren. Sie sollen aber auf Freiwilligkeit basieren und auf gar keinen Fall verpflichtend sein.“

SPD-Fraktionschefin Katja Pähle sagte: „Völlig klar, dass Schüler nach anderthalb Corona-Schuljahren Unterstützung brauchen. Es ist auch richtig, die Sommerferien dafür zu nutzen. Aber viel sinnvoller als ‚freiwilliger‘ Unterricht ist eine auf die individuellen Probleme zugeschnittene Nachhilfeförderung. Sonst wird das Leistungsgefälle nur immer größer.“

Linke-Fraktionschef Thomas Lippman sagte, vor einem Sommerferien-Angebot solle der Bedarf ermittelt werden.

Hans-Thomas Tillschneider (AfD) sagte, seine Fraktion habe Sommerschulen während der Ferien gefordert: „Dabei sollte es sich jedoch um ein freiwilliges Angebot zur Behebung von Bildungsdefiziten handeln.“

Bildungsminister Marco Tullner (CDU) sagte: „Verpflichtenden Unterricht in den Sommerferien wird es mir nicht gehen. Die Sommerferien bleiben zur Erholung. Gleichwohl prüfen wir derzeit, ob freiwillige Angebote mit externen Partnern ermöglicht werden können. Zentrales Ziel bleibt es, Lernstandrückstände abzubauen.“

Die Vorsitzende der Bildungsgewerkschaft GEW, Eva Gerth, sagte: „Ferienkurse können ein Baustein sein, um mögliche Rückstände beim Lernen in den letzten Monaten abzubauen. Die Politik muss dafür aber einen klaren Rahmen setzen: Freiwilligkeit bei Lernenden und Lehrenden, Ermöglichung von individueller Unterstützung und Arbeit in Kleingruppen, schnelle und verbindliche Zusagen für zusätzliche Gelder für Honorare an die Schulen in Abhängigkeit der Schüler- oder Klassenanzahl.“

Für ein verlässliche Bewältigung der Krise sollte das Bildungsministerium aber vor allem mittel- und langfristige Konzepte entwickeln und mit den Lehrkräften und Schülervertretern diskutieren.