Landtagswahl 2021

Umfragen in Sachsen-Anhalt: CDU vorn, FDP drin

Freitag legte die Forschungsgruppe Wahlen ihre Umfrage vor: Sie sieht die CDU klar vor der AfD. Bei Infratest dimap war das auch so. Beim Institut INSA hingegen lagen die Rechten knapp vorn.

Von Jens Schmidt 29.05.2021, 10:34
Drei Umfragen zeigen, wie die Wahl am 6. Juni ausgehen könnte. 
Drei Umfragen zeigen, wie die Wahl am 6. Juni ausgehen könnte.  Grafik: prePress Media Mitteldeutschland GmbH

Magdeburg - In acht Tagen wählt Sachsen-Anhalt einen neuen Landtag. Die Meinungsforscher haben Konjunktur. Seit Mittwoch liegen nun drei repräsentative Umfragen vor. Insgesamt wurden 3257 Frauen und Männer vom 17. bis zum 27. Mai befragt.

Die Forschungsgruppe Wahlen und Infratest Dimap

Am Freitag meldete die Forschungsgruppe Wahlen im Auftrag des ZDF ihre Ergebnisse. Demnach liegt die CDU mit 29 Prozent vorn und mit sechs Punkten Abstand klar vor der AfD. Ähnlich, aber mit etwas geringeren Abstand, sieht es bei Infratest Dimap aus. SPD, Linke und Grüne schneiden bei beiden Instituten  in etwa gleich ab.

Auffallend ist die konstante Stimmung für die FDP: Bei allen drei Umfragen erzielen die Liberalen acht Prozent. Die Signale stehen klar auf Wiedereinzug ins Parlament.

Das Erfurter Institut INSA

Eine größere Abweichung  misst das Erfurter Institut INSA im Auftrag der Bild-Zeitung. Hier überholt die AfD die Union knapp und würde stärkste Kraft. Da die CDU weder mit AfD noch mit Linken koalieren will, müssten in diesen Falle sich gleich vier Parteien aufraffen, um eine stabile Regierung zu bilden: nämlich CDU, SPD, Grüne und FDP.  Das Institut INSA erfasst die Meinungen – so wie Infratest auch – klassisch über das Telefon als auch online.

Wohin geht nun der Trend?

Mittelt man alle drei Umfrageergebnisse, kommt die CDU auf 27 Prozent, SPD und Grüne lägen gleichauf bei 10 Prozent. Die drei seit 2016 regierenden Parteien kämen zusammen auf 47 Prozent und könnten die Kenia-Koalition fortsetzen. Die Oppositionsparteien AfD (Mittelwert 24 Prozent), Linke (11 Prozent) und FDP (8 Prozent) kämen auf zusammen 43 Prozent.

Bei zwei anderen Varianten mit der FDP in einer Koalition ergäbe sich ein Patt: Sowohl Schwarz-Rot-Gelb als auch Schwarz-Grün-Gelb kämen auf 45 Prozent – genau so stark wäre in beiden Fällen jeweils die Oppositionsfraktionen. Eines zeichnet sich ab: Für Rot-Rot-Grün, wie es SPD, Linke und Grüne gern hätten, reicht es nicht. Alle drei kämen nach aktueller Stimmungslage im Mittel auf 31 Prozent.

Unter den kleinen Parteien dürften die Freien Wähler am besten abschneiden. Zwei Institute fragten auch nach dieser Partei – beide Male käme sie auf drei Prozent. Das reicht nicht für einen Einzug in den Landtag; dafür wären fünf Prozent nötig. Allerdings haben die Freien Wähler in der Altmark eine gute Chance, ein Direktmandat zu gewinnen. Der Wahlsieger  zöge dann in den Landtag.

Wahrscheinlich wieder mindestens drei Parteien

Das wahrscheinlich wieder mindestens drei Parteien für eine Mehrheitsregierung nötig sein werden, dürfte die Regierungsbildung schwer werden. Daher wurde die Landesverfassung geändert. Der Landtag hat jetzt „unendlich“ viel Zeit, um einen Ministerpräsidenten zu wählen. Bis 2016 gab es eine maximale Frist von zwei Wochen  nach der Landtagswahl. Das wurde gekippt.