Magdeburg (dpa/sa) l Im Prozess um den rechtsterroristischen Anschlag von Halle kümmert sich das Gericht am Montag (ab 9.30 Uhr) um einige Formalien und geht dann in eine dreiwöchige Sommerpause. Verschiedene Schriftstücke sollen dabei in den Prozess eingeführt werden, erklärte Gerichtssprecher Wolfgang Ehm. Die Sitzung soll nur eine Stunde dauern und nicht alle Prozessbeteiligten müssten dafür anreisen, sagte Ehm. Der nächste große Verhandlungstermin steht dann am 25. August an.

Mit dem kleinen Überbrückungstermin ermöglicht das Gericht den 45 Nebenklägern, ihren 22 Anwälten, den sechs Richtern, zwei Verteidigern und zwei Vertretern der Bundesanwaltschaft, den August für einen Urlaub zu nutzen. Die Strafprozessordnung schreibt nämlich vor, dass eine Hauptverhandlung höchstens für drei Wochen unterbrochen werden darf. Ohne den Formalien-Termin hätte die Verhandlung also schon eine Woche früher fortgesetzt werden müssen.

Der 28 Jahre alte Angeklagte hatte zu Prozessbeginn eingeräumt, am 9. Oktober 2019 schwer bewaffnet versucht zu haben, in der Synagoge von Halle ein Massaker anzurichten. Dort feierten zu dem Zeitpunkt 52 Menschen den höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur. Nachdem er nicht in die Synagoge gelangt war, erschoss der Mann eine zufällig vorbeikommende 40 Jahre alte Passantin und später einen 20-Jährigen in einem Dönerimbiss. Die Bundesanwaltschaft wirft B. 13 Straftaten vor, darunter Mord und versuchten Mord.