Magdeburg l Die Staatsanwaltschaft wirft Sebastian D. vor, am 22. Mai dieses Jahres die Mutter des gemeinsamen Kindes (6) im Bereich der Ausweich-Kindertagesstätte in der Helene-Waigel-Straße im Magdeburger Norden abgepasst und achtmal mit einem Messer auf die 26-Jährige, die sich von ihm getrennt hatte, eingestochen zu haben. Die Anklage geht davon aus, dass der 33-Jährige seine Ex-Partnerin töten wollte.

Das Opfer war schwer verletzt worden und konnte nur durch eine Notoperation gerettet werden.
Der Angeklagte, der in Untersuchungshaft sitzt, hat im Ermittlungsverfahren die Messerstiche zwar eingeräumt, eine Tötungsabsicht jedoch bestritten.

Problematisches Verhältnis

Der Vorsitzende der 1. Großen Strafkammer, Dirk Sternberg, wollte wissen, warum er ein Messer und Pfefferspray bei sich hatte, als er zur Kita fuhr. D., der kein Sorgerecht für die Kinder (beide 6) hat – neben dem gemeinsamen Kind gibt es noch ein weiteres aus einer anderen Beziehung der Frau antwortete: Die Sachen habe er immer bei sich gehabt, weil er sich unter anderem vom neuen Partner seiner Ex-Freundin bedroht fühlte.

An der Kita wollte er die 26-Jährige wegen der Kinder „nur zur Rede stellen. Ich konnte mich nicht damit abfinden, was mir die Kinder darüber erzählt haben, was sich zu Hause abspielt und wie sie bestraft werden."

Opfer spricht von Todesangst

Zuvor habe er zwei Flaschen Wein getrunken (2 Promille). Über die Tat selbst wisse er nichts mehr. Auf der Straße sei er zu sich gekommen. „Meine Hand war blutig, meine Sachen. Ich hatte das Messer in der Hand. Ich bin herumgeirrt bis mich die Polizei festgenommen hat."

Das Opfer schilderte, wie es am Tattag gegen 16.30 Uhr die Kinder abholen wollte und D. im Vorraum der Kita sitzen sah. „Was machst Du denn hier?", habe sie gefragt. Und habe sofort gesehen, dass er betrunken ist. „Bist Du verlobt?", habe er gefragt und „darf ich meine Kinder nicht mehr sehen?". Dann habe er in den Beutel gegriffen und das erste Mal zugestochen. Die 26-Jährige sprach von einem „hasserfüllten Gesicht".

Drohungen per Handy

Nach dieser Attacke wollte sie fliehen, sei aber gestürzt. „Er hat weiter zugestochen", schluchzte sie gestern. „Bis ich auf die Straße laufen konnte. Ich hatte Todesangst und dachte, er hat meinen Hals getroffen.

Nebenklägeranwalt Thomas Klaus verlaß Handynachrichten, in denen D. gedroht hatte: „Ich lasse mir was für euch einfallen. Zu dieser Hochzeit kommt es bestimmt nicht". In einer anderen SMS wird er konkreter und will, den neuen Partner „abstechen".

Prominenter Zuhörer im Gerichtssaal war Roland Claus, bis 2017 Bundestsgsabgeordneter der Linken aus Halle. Er ist der Stiefvater des Angeklagten.