Der Anstieg der Lehrer-Überstunden in den vergangenen fünf Jahren ist ein Hinweis auf die zuletzt stetig gestiegene Personalknappheit an den Schulen. Die größer werdenden Lücken mussten verbliebene Pädagogen mit immer mehr Vertretungsstunden füllen. Weil sich die Lage auch in den folgenden Schuljahren nicht entspannt hat, bleiben viele de facto auf ihrer Mehrarbeit sitzen.

Lösen ließe sich das Problem nur durch die massive Einstellung von Pädagogen. Das aber ist unrealistisch. Schon die Ausschreibung von 1000 Stellen in diesem Jahr bringt das Land finanziell und logistisch an seine Grenzen. Außerdem wird es schwieriger, Lehrer zu finden, die auch an weniger attraktiven Standorten arbeiten wollen. Der Vorstoß des Bildungsministers, Mehrarbeit zu vergüten, ist daher richtig. Die Umsetzung aber dauert zu lange. Trotz Ausschreibung von 600 Lehrerstellen, könnten nach den Ferien durchaus weniger Lehrer vor den Klassen stehen. Um den Schulen im neuen Schuljahr zu helfen, sollte die Landesregierung hier rasch ein Konzept vorlegen.

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