Magdeburg (dpa) l Mit einem Festgottesdienst ist Friedrich Kramer als neuer Landesbischof der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland ins Amt eingeführt worden. Zahlreiche Besucher, Vertreter aus Politik und Gesellschaft kamen am Samstag in den Magdeburger Dom. Kramer machte sich in seiner Predigt für Toleranz stark. "Gedanken des Antisemitismus, des Nationalismus, des Rassismus – sie greifen um sich", sagte er. "Wir sind als Christen aufgerufen, die Ausgegrenzten in die Gesellschaft hereinzuholen."

Landesbischof Ralf Meister aus Hannover würdigte Kramer als einen lebensfrohen und glaubensstarken Menschen. Seine zahlreichen Begabungen, vielfältigen beruflichen Stationen und die Fähigkeit zur intensiven Wahrnehmung der Lebenswirklichkeit der Menschen würden Kramer im bischöflichen Amt zugute kommen.

Nachfolger von Ilse Junkermann

Der 54 Jahre alte Kramer war im Mai 2019 als Nachfolger der bisherigen Landesbischöfin Ilse Junkermann gewählt worden. Der Theologe war bislang Direktor der Evangelischen Akademie Sachsen-Anhalt in Wittenberg. Die EKM hat nach eigenen Angaben rund 700.000 Mitglieder überwiegend in Sachsen-Anhalt und Thüringen sowie in Teilen Brandenburgs und Sachsens.

Kramer wurde 1964 in Greifswald geboren. Nach seinem Studium der Evangelischen Theologie in Berlin arbeitete er laut EKM in Sachsen-Anhalt als Pfarrer in Lodersleben und Gatterstädt sowie in der Jugendarbeit im Kirchenkreis Querfurt. Zwischen 1997 und 2008 war Kramer Pfarrer für Studentenseelsorge in Halle. Seit 2009 leitet er die Evangelische Akademie Sachsen-Anhalt. Kramer ist verheiratet und hat zwei Töchter.