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Der größte von fünf Standorten von Doppstadt liegt in Calbe. 1992 wurde die Förderanlagen Calbe GmbH übernommen. Das Werk hat eine über 40-jährige Tradition in der Förderband- und Maschinenbautechnologie. Auf 222 000 Quadratmetern Fläche werden heute mobile Maschinen entwickelt und gefertigt.

Die Doppstadt-Gruppe ist weltweit führender Anbieter in allen Bereichen der Umwelttechnologie und Wertstoffgewinnung.Vom Stammsitz in Velbert (Nordrhein-Westfalen) aus wird das weltweite Händlernetz gesteuert.

Im vergangenen Jahr machte die Gruppe einen Umsatz von 170 Millionen Euro. Beschäftigt werden 700 Mitarbeiter. Der Standort in Calbe hat einen Umsatz von 103 Millionen Euro. 450 Mitarbeiter sind dort beschäftigt.

Calbe l Vor dem Firmengelände von Doppstadt in Calbe flattern Dutzende Flaggen des weltweiten Händlernetzes im Wind. Direkt hinter dem Eingangstor geht es auf eine Fläche von 222.000 Quadratmetern.

Erik Muhme, Geschäftsführer am Standort Calbe, läuft zwischen auslieferungsbereiten orangefarbenen Maschinen mit zügigem Schritt über den Versandplatz. Stehen bleibt er vor einer imposanten Maschine. „Das ist der Inventhor 9. Das größte Modell von Doppstadt in diesem Segment“, sagt er. 32 Tonnen, 530 PS: Der Zerkleinerer nimmt es mit Sperrmüll, Reifen und sogar mit Bahnschwellen auf. Kunden aus der Recyclingbranche zahlen 900.000 Euro für diesen Super-Schredder.

170 Millionen Euro Umsatz

Im vergangenen Jahr wurde er vorgestellt – und ist derzeit das Prunkstück von Doppstadt. Mit Maschinen wie dieser und in ihrem speziellen Segment hat es die Unternehmens-Gruppe mit Hauptsitz im nordrhein-westfälischen Velbert zum Weltmarktführer gebracht. Am Standort im Salzlandkreis werden die mobilen Maschinen für Umwelt- und Recyclingbranche entwickelt und gefertigt. 170 Millionen Euro Umsatz machte die Gruppe im vergangenen Jahr, davon entfielen 103 Millionen Euro auf Calbe.

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Um die Nachfrage zu bedienen, muss mächtig geklotzt werden. 450 Beschäftigte arbeiten derzeit in Calbe, im Jahresverlauf soll die Zahl auf 500 anwachsen. Schon jetzt ist das Unternehmen einer der größten Arbeitgeber in der Region. Rund 400 mobile und stationäre Maschinen gingen 2018 in die ganze Welt. In diesem Jahr sollen es noch einmal deutlich mehr werden. Neben Deutschland sind die wichtigsten europäischen Absatzmärkte Frankreich, Italien, Großbritannien und die skandinavischen Länder, so Erik Muhme. Und die Auftragsbücher für das laufende Jahr sind bereits wieder gut gefüllt.

Doch nicht nur bei Doppstadt läuft es, auch der Maschinenbau in Sachsen-Anhalt ist seit Jahren im Aufwind. Der Umsatz zog allein seit 2013 um 18,7 Prozent an, die Zahl der Beschäftigten stieg um 14,4 Prozent.

Nochmal Plus für Betriebe im Land

Die Betriebe mit mehr als 50 Mitarbeitern verkauften im vergangenen Jahr Maschinen, Anlagen und Komponenten im Wert von rund 2,5 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Rekordjahr 2017 steigerten sie ihren Gesamtumsatz um etwa 45 Millionen Euro (+ 1,8 Prozent). Der Umsatz stieg zum neunten Mal in Folge. Die Exportquote lag zuletzt mit 41,5 Prozent deutlich höher als der Schnitt der heimischen Industrie (30,9 Prozent).

Einige Projekte, an denen Doppstadt-Maschinen beteiligt waren: Nach der Nuklearkatastrophe im japanischen Fukushima half die Technik dabei, kontaminierten Boden abzutragen und die durch die Flut bedingten Trümmer zu beseitigen.

Zum Erfolg von Doppstadt trägt besonders der Zukunftsmarkt Recycling bei. Jährlich wächst der um etwa 20 Prozent. 2017 machten private Unternehmen in Deutschland einen Umsatz von 13 Milliarden Euro. Die Kunden des Unternehmens aus Calbe blicken optimistisch in die Zukunft. „Wir leben nun mal vom Mega-Trend Umweltschutz und Recycling“, bestätigt Erik Muhme. Und da gibt es reichlich zu tun.

Einsatz überall auf dem Globus

In Venedig wurden 100.000 Quadratmeter der Lagune saniert. Die Schlammschicht wurde ausgebaggert und mit Spezialmaschinen gesiebt. Auch beim Hochwasser in New Orleans oder bei den Schäden, die Orkan Kyrill 2007 in Europa hinterließ, war das Unternehmen mit seinen Maschinen beteiligt.

Obwohl die Geschäfte kaum besser laufen könnten, ist Doppstadt Calbe nicht völlig sorgenfrei. Stichwort: Fachkräfte. Das Metier von Personal-Chef Marco Mende. Um im Rennen um qualifiziertes Personal aus dem Salzlandkreis nicht den Kürzeren zu ziehen, müsse sich Doppstadt etwas einfallen lassen. Während sich vor einigen Jahren noch über hundert Bewerber für vier Ausbildungsplätze meldeten, hat sich die Zahl nun mehr als halbiert. Zu wenige Schulabgänger entscheiden sich für einen technischen Beruf. 34 Azubis lernen derzeit in allen Lehrjahren, auf rund 45 möchte man die Zahl in den kommenden zwei Jahren hochschrauben – wenn der Markt es hergibt.

Um vermehrt junge Leute zu begeistern, setzt man in Calbe auf ein Maßnahmenbündel. Einer der Ansätze: 150 bis 200 Schüler aus Sekundarschulen und Gymnasium kommen jährlich zu sogenannten Praxistagen an den Standort. „Wir wollen dafür sensibilisieren, welche Berufe und Möglichkeiten es bei uns gibt“, unterstreicht Mende. Auch in die Erweiterung der Lehrwerkstatt werden rund 70.000 Euro investiert. Weiteres Ziel: Über den Raum Magdeburg hinaus bekannter zu werden. Eine Strategie dafür: Sport-Sponsoring – Unterstützung für lokale Vereine. Beim 1. FC Magdeburg ist Doppstadt Partner. „Wir müssen einfach noch mehr unternehmen, um uns als Arbeitgebermarke zu etablieren“, sagt der Personal-Chef. Erste Früchte tragen die Maßnahmen schon: Für den kommenden Ausbildungsjahrgang sind immerhin zehn von zwölf Plätzen belegt.

Gute Entwicklung erwartet

Erik Muhme strahlt ebenfalls Optimismus aus. Auch wenn die gesamtdeutschen Branchenzahlen zu Jahresbeginn noch verhalten sind, geht er von einer weiterhin guten Entwicklung bei Doppstadt aus. Investitionen von dreineinhalb Millionen Euro hat der Standort in diesem Jahr noch vor der Brust. Wenn alles normal läuft, dürften der Inventhor 9 und Co. bei den Kunden aus aller Welt weiterhin hoch im Kurs stehen.