Magdeburg l Holger Stahlknecht, Innenminister und CDU-Parteichef in Sachsen-Anhalt, sagte am Dienstag, er halte nichts davon, Flüchtlinge aus Griechenland nach Sachsen-Anhalt zu holen. „Das Jahr 2015 darf sich nicht wiederholen“, so Stahlknecht. Der soziale Frieden im Land müsse gewahrt bleiben. „Ich sehe keine politische Notwendigkeit, dass Sachsen-Anhalt als Erster ruft, wir bräuchten noch mehr Flüchtlinge.“

Zuvor hatte die oppositionelle Linke gefordert, Sachsen-Anhalt müsse schnell Geflüchtete aus Griechenland aufnehmen. "Die Situation an den europäischen Außengrenzen ist unerträglich", sagte Linken-Politikerin Henriette Quade. In Sachsen-Anhalt bestünden nicht genutzte Kapazitäten, um Geflüchtete unterzubringen. Griechenland dürfe nicht allein gelassen werden. "Sachsen-Anhalt kann und muss hier einen Beitrag leisten", sagte Quade.

Auch die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen dringt auf Hilfe für Migranten auf den griechischen Inseln in der Öst-Ägäis. "Wir erwarten von der Bundesregierung, nicht länger nur zuzusehen und endlich für eine Lösung einzutreten, die zuallererst Menschenleben respektiert und schützt", sagte Marie von Manteuffel von Ärzte ohne Grenzen am Dienstag. "Europa ist in der Lage und sollte auch willens sein, dieser unerträglichen Situation ein Ende zu bereiten. Als erster Schritt müssen zumindest chronisch kranke Kinder und ihre Familien in Deutschland und anderen EU-Staaten aufgenommen werden."