Hannover (dpa) l Der Prozess wegen heimtückischen Mordes aus niedrigen Beweggründen soll am 3. Juli am Landgericht Hannover beginnen, wie das Gericht am Mittwoch mitteilte. Der Mann soll am 11. Januar in die Wohnung der 23-Jährigen eingedrungen sein und sie in ihrem Badezimmer mit einem Klappmesser erstochen haben. Außerdem soll er ihr mehrmals ins Gesicht geschlagen und sie mit einem Elektroschocker und Pfefferspray gequält haben.

Im Juli 2017 hatten sich die beiden den Angaben zufolge kennengelernt, der Angeklagte wollte demnach eine Beziehung. Das Opfer allerdings habe einen rein freundschaftlichen Kontakt gewollt – der 35-Jährige habe sich zurückgewiesen gefühlt. Ab Dezember 2017 sei es dann zu Stalking-Angriffen gekommen – der Mann soll begonnen haben, die 23-Jährige in den sozialen Netzwerken – aber auch telefonisch und persönlich – zu belästigen und ihr nachzustellen.

Der Tatverdächtige hatte sich einen Tag nach dem Verbrechen der Polizei in Dessau in Sachsen-Anhalt gestellt und die Tat gestanden. Die Frau hatte in Dessau früheren Angaben zufolge schon einmal Anzeige gegen unbekannt erstattet, ebenso im Mai 2019 in Hannover, weil Fake-Profile von ihr bei Instagram angelegt worden waren. Die Ermittlungen verliefen damals ergebnislos. Für den Prozess sind insgesamt 15 Verhandlungstage geplant.