Magdeburg l Der Rücktritt von SPD-Partei- und Fraktionschefin Andrea Nahles ruft auch in Sachsen-Anhalt etliche Reaktionen hervor. Sachsen-Anhalts SPD-Landesvorsitzender Burkhard Lischka sagte der Volksstimme, er habe Respekt  für die Entscheidung von Nahles. „Das erspart der SPD eine weitere Hängepartie und eine Zerreißprobe.“ Jetzt müsse sich die Führungsspitze „am Riemen reißen und die SPD gemeinsam aus einer existenziellen Krise führen“, betonte er. Die Nachfolge müsse jetzt zügig und ohne viel Chaos geklärt werden, sagte Lischka. „Wir haben in den vergangenen 20 Jahren mehr als zehn Parteivorsitzende verschlissen, und das hat uns keinen Millimeter vorangebracht – im Gegenteil.“

Sachsen-Anhalts SPD-Fraktionsvorsitzende im Landtag, Katja Paehle, sagte der Volksstimme, die SPD habe jetzt die Chance zu einem personellen Neubeginn. Sie werde sich am Montag im Parteivorstand dafür einsetzen, dass der komplette Vorstand zügig neu gewählt werde. Der personelle Neubeginn müsse einhergehen mit einer Bilanz zur Arbeit der Großen Koalition und einer inhaltlichen Neuausrichtung auf einem Parteitag noch vor den Ost-Landtagswahlen im Herbst. Sie selbst sprach sich dafür aus, die GroKo zu beenden. „Die Menschen haben trotz guter Projekte die Nase voll von der Großen Koalition.“

Sachsen-Anhalts SPD-Fraktionsvize Andreas Steppuhn sieht es wie Katja Pähle. Er sagte: „Für mich ist klar: Wir müssen raus aus der Großen Koalition."   

Der Vorsitzende der Salzlandkreis-SPD, Roger Stöcker, erklärte: „Der Rücktritt von Andrea Nahles als Fraktions- und Parteivorsitzende ist ein erster Schritt Richtung dringend notwendiger Erneuerung. Dennoch: Der Rücktritt reicht nicht. Die SPD muss schnellstmöglich aus der Großen Koalition auf Bundesebene aussteigen.“

Sachsen-Anhalts CDU-Landeschef Holger Stahlknecht plädierte hingegen für eine Fortsetzung der Großen Koalition. Die Union sei in dieser Allianz der „Stabilitätsanker“, sagte er.

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