Steigende Corona-Zahlen

Neue Corona-Regeln: Was sich in Sachsen-Anhalt jetzt ändern soll

Als Reaktion auf die steigenden Infektionszahlen will die Landesregierung von Sachsen-Anhalt ihre Corona-Strategie erneut anpassen. Welche Änderungen jetzt geplant sind.

09.11.2021, 15:04 • Aktualisiert: 10.11.2021, 10:21
Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) hat am Dienstag die neuen Corona-Regeln vorgestellt.
Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) hat am Dienstag die neuen Corona-Regeln vorgestellt. (Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa)

Halle (Saale)/DUR/dpa - Die Bürger Sachsen-Anhalts müssen sich künftig auf verschärfte Corona-Regeln einstellen. Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU), Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) sowie Bildungsministerin Eva Feußner (CDU) haben den neuen Corona-Fahrplan am Dienstag, 9. November 2021, in einer Online-Pressekonferenz vorgestellt. Wir fassen die wichtigsten Änderungen zusammen.

Neue Corona-Regeln für Sachsen-Anhalt: Vorerst keine 2G-Pflicht geplant

Die schwarz-rot-gelbe Landesregierung in Sachsen-Anhalt will vorerst keine 2G-Pflicht bei Veranstaltungen in Innenräumen einführen. Stattdessen sollen die 3G-Regeln konsequent umgesetzt werden oder die Veranstalter selbst auf die 2G-Option setzen, wie Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) am Dienstag. Bei 2G haben nur geimpfte und nachweislich genesene Personen Zugang, bei 3G zusätzlich auch negativ getestete.

Veranstaltern empfiehlt die Landesregierung, freiwillig auf die 2G-Option zu setzen. Bei einer 3G-Regelung muss auf das Einhalten von Abständen und das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes geachtet werden, bei 2G kann auf die Einhaltung der Abstandsregeln verzichtet werden. Ob Weihnachtsmärkte unter 3G- oder 2G-Bedingungen stattfinden, sei noch nicht abschließend entschieden.

Mehr Corona-Tests in Alten- und Pflegeheimen

In Alten- und Pflegeheimen soll künftig mehr getestet werden. Beschäftigte in ambulanten und stationären Pflege- sowie Behinderteneinrichtungen, die keinen Impf- oder Genesenennachweis vorweisen können, müssen sich künftig täglich vor Dienstantritt testen. Auch Geimpfte sollten sich regelmäßig freiwillig und kostenlos testen lassen.

Bei der Frage, ob Corona-Tests demnächst wieder für alle gratis angeboten werden, verwies Ministerin Grimm-Benne darauf, dass diese Entscheidung beim Bund liegen würde.

Häufigere Corona-Tests an Sachsen-Anhalts Schulen

Auch in Schulen setzt die Landesregierung auf häufigere Tests. Künftig sollen Schülerinnen und Schüler drei- statt zwei Mal die Woche getestet werden. Wird bei einem Kind eine Infektion festgestellt, sollen Mitschüler künftig fünf Mal pro Woche getestet werden.

Eine Maskenpflicht im Unterricht ist grundsätzlich nicht geplant, kann jedoch bei einem Corona-Ausbruch in einer Schülerkohorte eingeführt werden. Dafür muss im Schulgebäude, unter anderem auf den Gängen, eine medizinische Maske getragen werden. Eine Stoffmaske ist künftig nicht mehr ausreichend.

Bildungsministerin Feußner empfahl auch geimpften Kindern und Lehrern, sich regelmäßig zu testen. Die Ministerin versprach, dass dafür ausreichend Tests zur Verfügung gestellt werden sollen.

Haseloff appelliert an Corona-Impfverweigerer

Laut Haseloff sei die aktuelle Corona-Situation „nicht gut“, sondern „besorgniserregend“. Er drängte daher auf eine bessere Abstimmung zwischen Bund und Ländern, um ein einheitliches Vorgehen zu sichern und finanzielle Probleme, etwa dem Betrieb von Impfzentren, abzusprechen.

Zugleich zeigte sich Haseloff mit der Impfquote unzufrieden. Wer sich nicht impfen lasse, obwohl er es könnte, würde „uns allen das Leben schwermachen“, so Haseloff. Der Ministerpräsident rief die Bürgerinnen und Bürger zu mehr Solidarität auf und appellierte daran, sich freiwillig impfen zu lassen.

Die neue Landesverordnung soll am Freitag oder Samstag in Kraft treten und bis zum 17. Dezember gelten. Haseloff schloss jedoch nicht aus, nach erfolgter Abstimmung der Länder schon eher Änderungen vorzunehmen.