Kirche

Neue Glocke für den Merseburger Dom feierlich geweiht

Es soll ein rauschendes Fest werden - denn der Merseburger Dom feiert den 1000. Jahrestag seiner Weihe. Das Aushängeschild der Stadt geht dabei nicht leer aus und erhält gleich zu Beginn ein schwergewichtiges Geschenk.

Von dpa 01.10.2021, 17:10 • Aktualisiert: 03.10.2021, 08:01
Die Morgensonne scheint auf den Merseburger Dom.
Die Morgensonne scheint auf den Merseburger Dom. Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Merseburg - Die neue Glocke des Merseburger Domes ist am Freitagnachmittag feierlich geweiht worden. Auf den 890 Kilogramm schweren Koloss sei ein Kreuz mit wenigen Tropfen Wasser gezeichnet worden, ehe das Geläut vor den Bürgern der Stadt zum ersten Mal angeschlagen wurde, sagte eine Sprecherin der Vereinigten Domstifter. „Der Domplatz war voll mit Menschen. Es war wirklich erhebend.“

Die vorangegangene mittelalterliche Prozession und die Weihe sind nur der Anfang eines dreitägigen Festes von Freitag bis Sonntag. Gefeiert wird das tausendjährige Weihe-Jubiläum des berühmten Doms. Bis zum Sonntag bietet die Stadt ein Bild voller Bühnen, Märkte und Ausstellungen.

Im historischen Schlossgarten soll es ein mittelalterliches Fest mit Rittern, Gauklern und Bühnenshow geben. Die Sprecherin verwies außerdem auf verschiedene Lichtinstallationen am mittelalterlichen Domensemble. Am Freitag und Samstag sind Gottesdienste unter anderem mit dem Landesbischof der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, Friedrich Kramer, geplant.

Zum Abschluss des Festes erschallt im Merseburger Dom das wahrscheinlich berühmteste „Halleluja“ der Musikgeschichte, das ein Chor - die Gaechinger Cantorey Stuttgart - im Rahmen des „Messias“ von Georg Friedrich Händel darbieten wird.

Während des dreitägigen Festes unter dem Motto „Geweiht für die Ewigkeit“ werden auch die Originalhandschriften der berühmten „Merseburger Zaubersprüche“ gezeigt. Diese werden nur zu ganz besonderen Anlässen der Öffentlichkeit präsentiert. Normalerweise wird eine Faksimile der Handschrift gezeigt. Die „Merseburger Zaubersprüche“ sind den Angaben nach die ältesten in Deutschland erhaltenen heidnischen Beschwörungsformeln in althochdeutscher Sprache.

Der Merseburger Dom St. Johannes und St. Laurentius wurde nach nur sechs Jahren Bauzeit der Überlieferung nach am 1. Oktober 1021 im Beisein von Kaiser Heinrich II. und seiner Frau Kunigunde geweiht. Einer der berühmtesten Chronisten des Mittelalters, Bischof Thietmar von Merseburg, legte nach Angaben der Domstifter am 18. Mai 1015 den Grundstein zum Bau des Gotteshauses. Über viele hundert Jahre hinweg war die Kathedrale die zentrale Bischofskirche des Bistums Merseburg.