Millioneninvestition, damit Forderungen der Genehmigungsbehörde erfüllt werden

Neue Sprühkühlung bei Wiesenhof Möckern eingeweiht

Von Stephen Zechendorf 19.07.2012, 05:16

Möckern l Das zur PHW-Gruppe gehörende Unternehmen Wiesenhof hält an seinem wiederholt in die Schlagzeilen geratenen Geflügelschlachthof in Möckern (Jerichower Land) fest. "Der Standort steht nicht zur Disposition", sagte gestern ein Unternehmenssprecher und widersprach damit Aussagen, dass nur noch ein Tropfen fehle, das Fass zum Überlaufen zu bringen, um den Standort Möckern wegen der Negativpresse ganz aufzugeben.

Laut Unternehmensangaben wurden an dem Standort im vergangenen und im laufenden Jahr rund sechs Millionen Euro investiert, um eine erweiterte Sprühkühlung zu errichten. Weitere Investitionen in Höhe von 2,5 Millionen Euro sind für 2013 geplant. Mit der neuen Kühlung sollen die Auflagen des für die Betriebsgenehmigung zuständigen Landesverwaltungsamts (LVWA) umgesetzt werden. Das LVWA hatte im Sommer des vergangenen Jahres die Kühlung des Fleisches als nicht ausreichend bemängelt. Mit der neuen Anlage sei die Diskussion erledigt, so Unternehmensanwalt Franz Berding gestern. In der Anlage werden die geschlachteten Tiere vor der Weiterverarbeitung auf 4 Grad Celsius heruntergekühlt.

Mit der Investition soll laut Wiesenhof-Geschäftsführer Michael Schönewolf in die Zukunft investiert werden. Statt bislang 240 Tonnen Lebendgewicht sollen künftig 300 Tonnen täglich geschlachtet werden. Es bleibt aber bei der Zahl von 160 000 Tieren pro Tag. Es ändere sich nur das Gewicht der Tiere. Zunächst aber muss das Unternehmen auf eine geänderte Marktsituation eingehen. Absatzbedingt sei geplant, ab August 2012 in Möckern zeitweise statt bisher zwei nur noch eine Schicht in der Schlachtung zu fahren. Die zwei Schichten in der Produktion sollen dagegen beibehalten werden. Man hoffe, den so reduzierten Personalbedarf über Leiharbeitsmitarbeiter regeln zu können und nicht Festangestellten kündigen zu müssen, so Schlachthof-Geschäftsführer Michael Schönewolf.

Das Unternehmen Wiesenhof war zuletzt mehrfach in die Negativschlagzeilen geraten: So war im März ein Produktionsstopp für einen Tag verhängt worden, weil nach Ansicht der Kontrollbehörden gegen die Trennung von so genannten Schwarz- und Weiß-Bereichen im Betrieb verstoßen worden sei. Das Veterinäramt des Landkreises Jerichower Land bestätigte der Volksstimme gestern, dass in dem Schlachthof sämtliche Anforderungen an den Produktionsbetrieb erfüllt werden.

Zum Vorwurf unrechtmäßiger Kassierung von EU-Geldern wollte Unternehmensanwalt Berding gestern mit Verweis auf das laufende Verfahren keine Stellung nehmen.