Magdeburg (dpa) | Der neue Staatssekretär für Finanzen, Klaus Rüdiger Malter, hat sich mit Wehmut von seinem Posten als oberster Nahverkehrskoordinator des Landes verabschiedet. "Ich bin dabei, den schönsten Job der Welt aufzugeben", sagte Malter anlässlich seiner Ernennung am Donnerstag in Magdeburg. Er war elf Jahre lang Chef der Nahverkehrsgesellschaft Nasa, die den Bus- und Bahnverkehr in Sachsen-Anhalt koordiniert. Es sei aber wichtig, politische Verantwortung zu übernehmen, wenn man gefragt werde, so Malter.

Der 59-Jährige wurde am Donnerstagnachmittag von Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) zum Finanzstaatssekretär ernannt. Er habe keine Veränderung gesucht und sei von der Anfrage völlig überrascht worden, so Malter. Der Posten war vor zwei Wochen frei geworden: André Schröder (CDU) hatte nach drei Jahren Amtszeit dem internen Druck nachgegeben und war als Finanzminister zurückgetreten. Seine Nachfolge trat der bisherige Staatssekretär Michael Richter (CDU) an - und musste wiederum für sein altes Amt einen Nachfolger finden.

Regierung plant 11 Millarden Euro

Damit kommt Malter zwei Jahre vor Ende der Wahlperiode und mitten in die schwierigen Verhandlungen für den Doppelhaushalt 2020/2021. Die schwarz-rot-grüne Regierung plant mit mehr als 11 Milliarden Euro pro Jahr, die Wunschliste der Ministerien kostet aber deutlich mehr.

Wird der langjährige Nasa-Chef bei den laufenden Verhandlungen für den aktuellen Haushalt ein besonders gutes Wort für die Finanzierung des öffentlichen Nahverkehrs einlegen? Sein altes Team hoffe das, sagte Malter lachend. "Aber am Ende bin ich nicht das entscheidende Rädchen im System – das entscheidet der Finanzminister."