Kultmarke aus der DDR Bis heute ein Hit: Welche Zutat beim DDR-Klassiker Nudossi die größte Rolle spielt
Ein Brotaufstrich, der Geschichte schrieb: Nudossi wurde in der DDR zur begehrten Alternative zu westlicher Schoko-Creme und überstand politische Umbrüche, Marktreformen und Konkurrenz im vereinten Deutschland. Mit seinem intensiven Haselnuss-Geschmack und einer treuen Fanbasis ist er weit mehr als nur „Ossi-Nutella“.

Halle (Saale)/Magdeburg. – Produkte aus der DDR verbinden viele Menschen mit Erinnerungen an Alltag, Feiern und Familie. Während zahlreiche Marken nach 1990 vom Markt verschwanden, gelang es ein paar wenigen, sich neu zu erfinden und bundesweit zu etablieren. Nudossi ist ein Beispiel dafür.
Das Produkt wurde in der DDR als Schoko-Haselnuss-Aufstrich entwickelt, um eine eigenständige Alternative zum westlichen Markt zu schaffen. Heute wird die Nuss-Nougat-Creme von der Sächsischen und Dresdner Back- und Süßwaren GmbH in Radebeul hergestellt. Früher war das Unternehmen unter dem Namen Vadossi bekannt, woraus der Name "Nudossi" resultiert (Nuss und Vadossi).
Ost-Kult auf dem Brötchen: Wie Nudossi zum DDR-Liebling wurde
Nudossi hat seine Wurzeln in der DDR und kam dort als Nuss-Nougat-Creme auf den Markt, nachdem Nutella ab 1965 die Supermarktregale in Westdeutschland eroberte.
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1972 wurde der Herstellerbetrieb verstaatlicht. Nach der Wiedervereinigung kam die Produktion zunächst zum Erliegen, ehe sie nach mehreren Jahren Pause im Frühjahr 1999 wieder aufgenommen wurde.
Die oft verwendete Bezeichnung als "Ost-Nutella" passt nur eingeschränkt auf Nudossi, da sich die Rezeptur im Laufe der Zeit deutlich verändert hat und klar von westlichen Produkten unterscheidet. Charakteristisch ist bis heute der hohe Haselnussanteil von 36 Prozent. Nutella erreicht lediglich einen Anteil von rund 13 Prozent.
Typisch für Nudossi war also von Beginn an eine Rezeptur, die weniger auf Süße und stärker auf Nussgeschmack setzte. Kakao war in der DDR ein knappes Importgut, dennoch etablierte sich der Aufstrich als fester Bestandteil des Angebots in den staatlichen Lebensmittelgeschäften.
Nicht nur auf dem Brötchen lecker
Im Gegensatz zu Grundnahrungsmitteln war Nudossi kein Alltagsprodukt, das jede Familie stehen hatte, sondern etwas für besondere Gelegenheiten. Der Aufstrich wurde vor allem als Brotbelag verwendet, fand aber auch beim Backen oder als Zutat für Desserts Verwendung.
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Durch die begrenzte Auswahl im Handel und wiederkehrende Lieferengpässe entwickelte sich Nudossi zu einem Produkt, das viele Verbraucher mit bestimmten Erinnerungen an den DDR-Alltag verbinden.
Wie sich die Marke nach der Wende gegen westdeutsche Produkte behaupten konnte
Nach der Wiedervereinigung stand auch Nudossi vor grundlegenden Veränderungen. Der ostdeutsche Markt öffnete sich für internationale Marken, darunter bekannte Schokoaufstriche aus dem Westen. Viele DDR-Produkte verschwanden in dieser Phase vollständig aus den Regalen. Nudossi blieb bestehen.
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Unter anderem, weil an der beliebten Rezeptur größtenteils festgehalten wurde und das Produkt weiterhin eine Nachfrage bediente, die sich bewusst von süßeren Konkurrenzprodukten unterschied.
Produktion und Vermarktung wurden hingegen schrittweise modernisiert, um den Anforderungen des gesamtdeutschen Handels zu entsprechen.
Traditionsrezept trifft Moderne: Sortimentserweiterung und neue Varianten
Heute ist Nudossi bundesweit erhältlich, der Schwerpunkt liegt allerdings weiterhin auf Ostdeutschland. Ursprünglich gab es nur den klassischen Haselnuss-Schoko-Aufstrich. Mittlerweile umfasst das Sortiment verschiedene weitere Varianten, etwa solche mit extra hohem Nussanteil oder auch eine vegane, um unterschiedliche Geschmäcker anzusprechen. Trotzdem spielt die Original-Version weiterhin eine tragende Rolle.
Die Marke wird nicht nur im klassischen Glas angeboten, sondern auch in Formaten, die sich gut für Frühstück, Backen oder als Zugabe zu Desserts eignen. In vielen Supermärkten ist Nudossi Teil der festen Produktauswahl – oft neben westdeutschen Marken, die ebenfalls ihre eigenen Fans haben.