Köthen l Seit Jahren wird es nicht still um die Obdachlosenunterkunft in der Augustenstraße in Köthen. Familie Ritter, bekannt aus der Fernsehdokumentationsreihe SternTV, terrorisiert, meckert und pöbelt gegen alles und jeden. Nicht zuletzt der Zustand der frisch renovierten Räumlichkeiten war Anlass zur Beschwerde von Familienoberhaupt Karin Ritter. Doch was ist dran an den Anschuldigungen?

Auf Anfrage der Volksstimme erklärt Jens Niemand, Pressereferent der Stadt Köthen, dass kein weiterer Sanierungsbedarf bestehe. „Eine Obdachlosenunterkunft muss lediglich einen Schutz vor Gefahren der Witterung bieten“, so Niemand. „Das ist gegeben. Alle gesetzlichen Mindeststandarts für eine solche Unterkunft sind erfüllt.“

Drei Personen untergebracht

Weiter bestätigt der Pressereferent, das derzeitig drei Personen in der Unterkunft eingewiesen sind. „Für die Unterbringung stehen möblierte Zimmer bereit, welche mit Kohleöfen durch die eingewiesenen Personen selbst beheizt werden müssen. Den Eingewiesenen stehen Toiletten auf halber Treppe und zwei Duschen inklusive WC-Anlagen im Erdgeschoss zur Verfügung“, erklärt Jens Niemand weiter.

Am 8. Januar, dem Ausstrahlungsdatum der ersten SternTV-Folge im neuen Jahr, lieferte Moderator Steffen Hallaschka im Jahresüberblick der Familie Ritter dann Anlass zu Spekulationen. In einem Halbsatz meinte er, dass der Stadtrat Karin Ritter eine Wohnung besorgen wolle und Änderungen auf die rechtsextreme Frau zukommen würden.

Dies ließ Jens Niemand von der Stadt Köthen unkommentiert. Aus rechtlichen Gründen, wie er sagt. Allerdings sei die Lage in der Augustenstraße derzeitig ruhig. „Resultierend aus einem geringen Nutzungsbedarf aus aus der bisherigen Überwachung des Objektes durch einen Sicherheitsdienst.“

Anschuldigungen haltlos

Bereits im Juli 2018 forderte die SPD im Köthener Stadtrat eine eigene Wohnung für Karin Ritter. Ob dies nun in die Tat umgesetzt wurde, ist weiterhin offen. Die Zustände in der Obdachlosenunterkunft seien nach Aussagen des Pressereferenten jedoch gut und die Anschuldigungen daher haltlos.