Magdeburg (dpa) l Sachsen-Anhalts Sozialministerium ruft an Halloween anlässlich der Corona-Pandemie zu besonderer Sensibilität bei der Einhaltung der Hygieneregeln auf. Zwar finde das Einsammeln von Süßigkeiten traditionell an frischer Luft statt und die Kontakte an Haustüren seien zeitlich überschaubar, teilte ein Sprecher auf Anfrage mit. Dennoch sollte wegen des Infektionsgeschehens besonders auf die gängigen Regeln geachtet werden. Unter anderem empfiehlt das Ministerium das Tragen von Mund-Nasen-Bedeckungen.

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) sprach sich dafür aus, Feierlichkeiten abzusagen – im Sinne der Kinder und derjenigen, bei denen sie klingeln. "Jeder soziale Kontakt, der derzeit vermeidbar ist, sichert Gesundheit und rettet Leben", hatte der Politiker am Montag auf einer Pressekonferenz in Halle gesagt. Halles Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos) sah das noch drastischer: Er halte es für unverantwortlich, wenn Eltern ihre Kinder abends losschickten oder sie möglicherweise begleiteten, so das Stadtoberhaupt.

Gordon Schüler, Vorsitzender der Landeselternvertretung der Kindertageseinrichtungen in Sachsen-Anhalt, betrachtet die aktuelle Lage ebenfalls kritisch. Geplante Veranstaltungen in Kitas könnten seiner Ansicht nach stattfinden, da die Kinder untereinander ohnehin Kontakt hätten. Gruselige Dekoration basteln oder Späße innerhalb der Kita- oder Hort-Gruppen gehörten dazu.

Schwierig ist Schülers Ansicht nach das von Haus zu Haus ziehen – dabei seien Zurückhaltung und Vorsicht nötig. Sollten bei seiner Familie Kinder klingeln, werde er Mundschutz tragen und die Kinder nicht wie sonst selbst in die Süßigkeitentüte greifen lassen, sondern ihnen etwas zuteilen.

Das Sozialministerium appelliert derweil nicht nur beim Sammeln von Süßigkeiten, sondern auch bei privaten Feiern an die Verantwortung der Menschen: Hygieneregeln sollten eingehalten, insbesondere Mindestabstände beachtet werden.