Magdeburg l Sachsen-Anhalts AfD will den aus der Partei geworfenen Bundestagsabgeordneten Frank Pasemann wieder in den Bundestag bringen. Am Wochenende stellten 41 Delegierte aus dem Wahlkreis 69 (Magdeburg und Teile des Salzlandkreises) den Magdeburger einstimmig als Direktkandidaten für die Bundestagswahl 2021 auf.

Pasemann gehörte dem inzwischen offiziell aufgelösten rechten „Flügel“ an. Das Landesschiedsgericht der AfD hatte im August den vom alten Landesvorstand beantragten Rauswurf bestätigt. Pasemann werden etwa antisemitische Äußerungen, Unregelmäßigkeiten als Schatzmeister und eine fehlende Distanzierung zu NPD-Mitgliedern zur Last gelegt. Laut Nachrichtenagentur dpa sprach Pasemann gestern von einer Kampagne einiger weniger, die nicht die Meinung der Mehrheit wiedergäben. Das hätten die Abwahl seiner Gegner aus dem Landesvorstand gezeigt und die Entscheidung des neuen Vorstands, das Ausschlussverfahren rückgängig zu machen. Der Ende September neugewählte Landesvorstand hatte am 15. Oktober beschlossen, den Ausschluss Pasemanns zurücknehmen zu wollen. Nach Volksstimme-Informationen stimmten sieben Vorstandsmitglieder dafür, drei votierten mit Nein, drei enthielten sich. Inzwischen hat sich die Bundespartei in das Verfahren eingeschaltet. Rechtskräftig ist das Urteil noch nicht. Pasemann kann in Berufung gehen. Es verstehe sich von selbst, „dass eine solche Inszenierung und versuchte Ehrverletzung“ nicht ohne Antwort bleibe, teilte er mit. „Politisch, aber auch juristisch.“