Magdeburg (dpa) l Werden im umstrittenen Schweinehochhaus in Maasdorf künftig noch Tiere gehalten? Mehr als 281.800 Menschen aus ganz Deutschland haben mit ihrer Unterschrift unter einer Petition die Schließung des mehrstöckigen Zuchtbetriebs im Kreis Anhalt-Bitterfeld gefordert. Das Deutsche Tierschutzbüro übergab die Sammlung am Dienstag dem sachsen-anhaltischen Agrarstaatssekretär Ralf-Peter Weber.

Aus mehreren Gründen sehe es für die Zukunft der 50 Jahre alten Anlage düster aus, sagte Weber. Es wären "eklatante Änderungen nötig". Der Betreiber hatte das Schweinehochhaus jüngst komplett geräumt und eine Sanierung angekündigt. Wie sie konkret aussehen soll, blieb zunächst offen. Laut Ministerium sind noch keine konkreten Umbaumaßnahmen beantragt.

Symbol für Massentierhaltung

Bis zur Räumung waren etwa 500 Sauen in dem sechsstöckigen Gebäude untergebracht und hatten jährlich Zehntausende Ferkel produziert. Der Chef des Tierschutzbüros, Jan Peifer, bezeichnete die Anlage als Symbol für die Massentierhaltung. "Das Hochhaus ist ein Unding und einzigartig in Europa."

Bei einem Feuer könnten die Tiere nicht in Sicherheit gebracht werden. Zudem habe der Verein selbst Anfang des Jahres Bilder veröffentlicht, die Missstände in dem Betrieb aufzeigten. So seien etwa Ferkel getötet worden, indem man sie auf den Boden geschlagen habe. "Wir haben einen Teilsieg errungen", meinte Peifer mit Blick auf den aktuellen Leerstand in Maasdorf. "Wir hoffen, dass es am Ende zu einem Abriss statt einem Umbau kommt."

"Ich persönlich finde es irritierend, wenn man Schweine übereinander stapelt im wörtlichen Sinne, aber die Anlage ist genehmigungsfähig gewesen", sagte Weber. Solange der rechtliche Rahmen eingehalten werde, müsse sie hingenommen werden. Der Staatssekretär verwies jedoch auf mehrere Unsicherheitsfaktoren für die Zukunft des Gebäudes. So sei ein Gesetz geplant, mit dem die Haltung von Schweinen in Kastenständen bis auf wenige Ausnahmen zugunsten der Gruppenhaltung abgeschafft werden soll.

Moderneres Schweinehochhaus?

Auch der Bereich, in dem die Ferkel zur Welt kommen, soll mit den Änderungen laut Weber größer und moderner gestaltet werden. Die Agrarminister der Länder hätten den Bund zuletzt geschlossen aufgefordert, die neuen Vorgaben bis Jahresende auf den Weg zu bringen. Ob diese Auflagen im Schweinehochhaus selbst im Falle einer umfassenden Sanierung erfüllbar wären, sei allerdings fraglich.

Zudem läuft Weber zufolge noch ein Verfahren gegen die Betreiber der Anlage nach den letzten unangekündigten Kontrollen. Er sprach von "widerlichen Bildern" und davon, dass die Prüfungen auch in ein Tierhaltungsverbot münden könnten.