Halle (dpa) l Das diesjährige Mathematikabitur ist aus Sicht von sachsen-anhaltischen Lehrervertretern nicht zu schwer gewesen. Die Aufgaben seien anspruchsvoll, entsprächen aber dem Lehrplan, sagte der Landeschef des Philologenverbands, Thomas Gaube, am Montagmorgen dem Radiosender MDR Aktuell.

Er ist selbst Mathelehrer und reagierte auf Proteste zu den diesjährigen Matheaufgaben aus mehreren Bundesländern. Auch Schülerinnen und Schüler aus Sachsen-Anhalt starteten online eine Petition wegen der angeblich zu schweren Aufgaben. Beim Bildungsministerium gingen zunächst keine direkten Beschwerden ein, teilte ein Sprecher mit.

Mit den Schülern selbst hätten die Lehrkräfte über das Wochenende noch kein Gespräche führen können, sagte Gaube dem MDR weiter. Von den Fachkollegen habe es jedoch, anders als im vorigen Jahr, keinen Aufschrei gegeben. Im Frühjahr 2018 hatten mehrere Lehrer in Sachsen-Anhalt moniert, manche Aufgaben auf Leistungskurs-Niveau seien nicht lösbar gewesen. Das Bildungsministerium wies die Vorwürfe nach einer Überprüfung als unbegründet zurück.

Laut Gaube vom Philologenverband gab es in diesem Jahr wieder Aufgaben in der Wahrscheinlichkeitsrechnung nach ähnlichem Muster. "Insofern waren unsere Schüler und auch die Kollegen ganz sicher nicht überrascht." Es könne jedoch immer wieder vorkommen, dass ein Kollege die Schüler nicht so optimal auf einzelne Aufgabenformate vorbereite. Auch der Deutsche Lehrerverband sieht keine Anzeichen, dass die Aufgaben zu schwierig waren. Inzwischen bedienen sich alle Bundesländer in mehreren Fächern aus gemeinsamen Aufgaben-Pools.