Magdeburg l Gleich zwei Mordmerkmale - Heimtücke und niedriger Beweggrund – machte die Schwurgerichtskammer am Landgericht Magdeburg nach der Beweisaufnahme aus. Das Gericht verurteilte deshalb einen 23-Jährigen aus Mali am Donnerstag wegen versuchten Mordes, in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung zu einer Haftstrafe von neuneinhalb Jahren.

Mossua M. hatte am 15. Oktober 2019 seine Ex-Freundin, die er schon aus Mali kannte, die sich jedoch einige Wochen zuvor von ihm getrennt hatte, besucht, um noch einige Dinge aus der Wohnung abzuholen.

In der Wohnung hatte sich der neue Partner aus Guinea-Bissau aufgehalten. Nach einem Gespräch in entspannter Atmosphäre hatte M. vorgegeben, ins Bad zu gehen um sich für das Gebet zu waschen. Doch stattdessen hatte er aus der Küche ein Messer mit 20 Zentimeter langer Klinge geholt und auf den arglosen „Nebenbuhler", der ihm den Rücken zugewandt hatte, eingestochen (Heimtücke). Als der in die Enge getriebene Verletzte aus einem Fenster in sieben Metern Höhe fliehen wollte, stach er ihm in den Arm, so dass er abstürzte und mit mehreren Frakturen liegen blieb. M. holte ein zweites Messer, ging zu ihm herunter und stach ihm in den Hals. Eine Arterie wurde verletzt und die Speiseröhre durchtrennt. Der lebensgefährlich Verletzte wurde in einer Spezialklinik gerettet.