Magdeburg l Das Landgericht Magdeburg hat am Donnerstag die Schadenersatzansprüche eines 47 Jahre alten Mannes aus dem Sauerland verhandelt.

Im Sommer 2015 hatte Aqoub Abu Abdu in der Motorsport Arena Oschersleben zwei Trainingstage gebucht. Am 16. August war er mit seiner BMW S1000 RR auf der Rennstrecke unterwegs. In der sogenannten Hasseröder Kurve ist es dann zu einem Unfall gekommen. Die Berührung mit einer weniger hoch motorisierten Maschine, die die BMW überholen wollte, führte zum Sturz. Das Positive an dem Unfall: Niemand wurde schwer verletzt. Die Schattenseite: Die BMW wurde geschrottet und ein Schaden von rund 10.000 Euro ist dadurch entstanden. Auf dem Schaden wollte der Mann aus dem Sauerland nicht sitzenbleiben. Er klagte.

Am ersten Prozesstag im Oktober 2016 hatten die Streitparteien einen Vergleich geschlossen: 50:50. Doch hatte der Verklagte aus Emden den Vergleich zurückgenommen. Ein Gutachter sollte nun Licht in den Unfall bringen. Und das tat Diplomingenieur Thomas Mertens am Donnerstag auch.

Aus Mertens' gutachterlicher Sicht wäre der Unfall zu vermeiden gewesen, wenn der vorausfahrende Kläger in der Kurve seine Fahrlinie beibehalten und diese nicht in die Linie des Beklagten verlegt hätte. "Kurz das Gas wegnehmen, ein Lenkimpuls  und schon hätte der Überholende innen links vorbeifahren können", sagte Mertens. Die "Hasseröder" sei keine besonders gefährliche Kurve. Dort könne man normalerweise risikolos überholen. "Der BMW-Fahrer war so weit von der Ideallinie weg, dass der Nachfolgende das als Einladung zum Überholen verstehen musste."

Ein Urteil sprach Zivilrichter Christian Löffler am Donnerstag noch nicht. Allerdings zeigte er bereits eine mögliche Richtung der rechtlichen Wertung auf. Zumindest eine 50-prozentige Mitschuld des Klägers sei nicht auszuschließen. Es ist aber auch möglich, dass die Klage völlig abgewiesen wird.