Forschungsprojekt der Hochschule Magdeburg Stendal

Künstlerische Erkundungen in der Altmark

Die Hochschule Magdeburg-Stendal hat für ein Interviewprojekt mit 17 in der Altmark lebenden und arbeitenden Künstlern gesprochen. Eine dazu geplante Ausstellung im Kunsthaus Salzwedel musste verschoben werden, soll nun im Oktober starten. Der Begleitband ist jedenfalls schon da.

Von Grit Warnat
Blick über die Hansestadt Salzwedel in der nördlichen Altmark.
Blick über die Hansestadt Salzwedel in der nördlichen Altmark. Archivbild: Fotostudio Wiedemann

Magdeburg/Salzwedel - „Kunst ist mein Leben bis jetzt. Es ist immer eine Neugier da, was zu sehen und umzusetzen, sich mit bestimmten Sachen auseinanderzusetzen.“ Das sagt Peter Adler, bekannt für seine Malerei und bildhauerischen Arbeiten. Er erzählt im Rahmen des Hochschulprojektes „Kunst in der Altmark. Anders Sehen“ über Biografisches, Vorteile des nächtlichen Arbeitens und seine Liebe zu Meerbildern, die Sehnsucht nach Weite und Reisen widerspiegeln. Adler ist mit Künstlerkollegen viel gereist, ließ sich inspirieren. Seine Eindrücke von Peking, Namibia, Papua-Neuguinea hat er nicht nur in Öl auf Leinwand verewigt, sondern auch im gleichnamigen „Kunst in der Altmark“-Buch.

Adler gehört wie auch Michael Braune, Angelika Flaig und Helga Geissler zu 17 bildenden Künstlern, die in einem Forschungsprojekt der Hochschule Magdeburg-Stendal von Wissenschaftlern zu ihren Werdegängen, ihrem Kunstverständnis, Arbeitsstil und den regionalen Besonderheiten befragt wurden. Günter Mey, Professor für Entwicklungspsychologie an der Hochschule Magdeburg-Stendal, hatte 2018 mit dem Projekt begonnen und sehr bewusst, wie er bei der gestrigen Buch- und Projektvorstellung sagte, die strukturschwache Altmark in den Fokus gerückt. Ihm und seinem Team sei es um Blicke auf verschiedene künstlerische Positionen gegangen, aber ebenso um Erkundungen einer Kunstlandschaft, die wenig bekannt sei, in der es aber zahlreiche Netzwerke gebe, Vereine und Kunstgruppen. Mey wolle die Kunst in der Altmark sichtbarer machen. „Anders sehen“ heißt es im Projekttitel.

Die Ergebnisse sollen nicht nur wissenschaftlich genutzt, sondern in einer Ausstellung zusammengefasst werden. Das Kunsthaus Salzwedel steht dafür schon lange parat. Mehrfach musste der Pandemie wegen die Präsentation verschoben werden. Jetzt ist sie vom 1. Oktober bis Anfang Januar 2022 geplant. Anschließend soll sie in die Landesvertretung Sachsen-Anhalt nach Berlin umziehen.

Mitteldeutscher Verlag veröffentlicht Begleitband

Auch Verleger Roman Pliske habe mit dem Projekt die Altmark neu kennengelernt, sagte er. In seinem Mitteldeutschen Verlag in Halle ist der Band zum Projekt und zur Ausstellung erschienen. Für Pliske eine „ungewöhnliche Visitenkarte“, weil sie unterschiedlichste Perspektiven auf Kunst und das Leben mit ihr vereine. Neben den Interviews und Künstlerarbeiten sind Atelier- und Porträtaufnahmen veröffentlicht, fotografiert von der Stendalerin Jasmin Schubert.