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Bahn will schnelle Rückkehr zum Normalbetrieb nach Streik-Ende - Eine Einigung ist aktuell nicht in Sicht

"Zug fällt aus": Auch am letzten kompletten Streiktag mussten Bahnkunden im Südosten Geduld haben. Dienstagfrüh endet der dritte Streik in dieser Tarifrunde und die Bahn arbeitet fieberhaft an dem Normalfahrplan. Eine Einigung der Parteien ist nicht in Sicht.

Die Lokführergewerkschaft GDL hat ihre Mitglieder zum Streik bei der Deutschen Bahn aufgerufen. Seit Mittwoch wird der Güterverkehr bestreikt, seit Donnerstagnacht auch der Personenverkehr. Der Arbeitskampf ist für fünf Tage bis Dienstag, 2.00 Uhr, angekündigt. 
Die Lokführergewerkschaft GDL hat ihre Mitglieder zum Streik bei der Deutschen Bahn aufgerufen. Seit Mittwoch wird der Güterverkehr bestreikt, seit Donnerstagnacht auch der Personenverkehr. Der Arbeitskampf ist für fünf Tage bis Dienstag, 2.00 Uhr, angekündigt.  Foto: Moritz Frankenberg/dpa

Leipzig (dpa) - Die Deutsche Bahn bereitet ein weitgehend normales Angebot im Regional- und Fernverkehr vor. "Im Hintergrund laufen intensive Vorbereitungen, um nach dem angekündigten Streikende ab Dienstagfrüh um 2.00 Uhr so schnell wie möglich wieder das vollständige Fahrplan- und Serviceangebot sicherzustellen", sagte eine Bahnsprecherin für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Reisende sollten sich vor Fahrtantritt über das Zugangebot auf der Internetseite bahn.de informieren.

Am Montag hatte der Streik der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) nochmals für erhebliche Einschränkungen im Bahnverkehr gesorgt. Es kam zu zahlreichen Zugausfällen im Südosten. Im Fernverkehr fuhren etwa 30 Prozent der Züge, im Nahverkehr waren es in den drei Bundesländern zwischen 15 Und 20 Prozent. Die Auswirkungen des Streiks sind im Osten traditionell etwas stärker als im Rest der Republik, weil der Organisationsgrad der GDL in der Region vergleichsweise hoch ist.

Auf den größeren Bahnhöfen sei die Lage recht entspannt gewesen, betonte die Bahnsprecherin. Die Reisenden seien inzwischen gut informiert und hätten Alternativen gefunden. Es ist der dritte Streik in dieser Tarifrunde innerhalb weniger Wochen. Um 2.00 Uhr in der Nacht auf Dienstag soll der fünftägige Arbeitskampf beendet werden.

Die Lokführergewerkschaft kämpft um mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen für ihre Mitglieder. Mit dem Streik will die GDL ihren Forderungen nach insgesamt 3,2 Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von 28 Monaten sowie einer Corona-Prämie von 600 Euro Nachdruck verleihen.

Unterdessen sieht die GDL keine Basis für neue Verhandlungen mit der Deutschen Bahn. Die Gewerkschaft sei zu weiteren Gesprächen bereit, wenn ein verhandlungsfähiges Angebot von der Bahn komme, sagte GDL-Chef Claus Weselsky am Montag im ZDF-"Morgenmagazin". Das sogenannte Angebot der Bahn sei nur eine vorgetäuschte Verbesserung.

Die Bahn wolle die GDL auf Lokführer und Zugbegleiter beschränken und dieser verweigern, Tarifverträge für die Werkstatt und Verwaltung abzuschließen. Hier würden Grundrechte tangiert. Es solle dauerhaft verhindert werden, dass die GDL die Mehrheit im Betrieb habe. "Und dagegen wehren wir uns", sagte Weselsky: "Ich muss mich nicht einigen auf 3,2 Prozent, wenn die Bahn uns dauerhaft beschränkt auf Lokführer, Zugbegleiter, Bordgastronomen und damit verhindert, dass wir die Mehrheit im jeweiligen Betrieb tatsächlich auch erreichen können." Es gehe hier nicht um Vormachtstellung.

Mit dem bisherigen Streik bei der Deutschen Bahn sei die GDL "sehr zufrieden". "Dass das für Kunden unschön ist, ist uns klar", sagte Weselsky. Die Wettbewerber der Deutschen Bahn halten den Verkehr nach seien Angaben komplett aufrecht. Diese sei auch der Beweis dafür, dass Arbeitgeber ihren Beschäftigten die "ordentlichen Lohnerhöhungen zugestehen".