IHK-Umfrage

Die Wirtschaft im nördlichen Sachsen-Anhalt bläst Trübsal, doch es gibt auch Lichtblicke

IHK-Umfrage: Lage wird im nördlichen Sachsen-Anhalt überwiegend pessimistisch gesehen

Von Michael Bock
Noch Zukunftsmusik: Ein Stück Torte unterm Sonnenschirm. Der geplagten Gastronomie fehlen Öffnungsperspektiven. Foto: dpa

Magdeburg

„Insgesamt hält sich die Wirtschaft tapfer“, sagte IHK-Präsident Klaus Olbricht am Mittwoch bei einer Pressekonferenz. „Doch viele Unternehmen sind an ihre Grenzen gekommen. Viele können nicht mehr.“ 

Wie bewerten die Betriebe zwischen Altmark und Harz das erste Quartal dieses Jahres? Der sogenannte   Geschäftsklimaindex der gewerblichen Wirtschaft ist erneut gestiegen und liegt nun bei 85,9 von maximal 200 möglichen Punkten. Das ist aber immer noch einer der niedrigsten Werte, der jemals gemessen wurde.  Olbricht betonte, die Wirtschaft sei „extrem unterschiedlich“ von den Corona-Folgen betroffen. Das ist die Einschätzung der IHK:

Industriekonjunktur: Hier wird eine Stagnation verzeichnet. Verantwortlich dafür ist vor allem der Vorleistungs- und Konsumgüterbereich. Beide Branchen berichten über sinkende Auftragseingänge und Umsätze.Die Geschäftserwartungen der Industrie bleiben negativ. Fast ein Viertel der Unternehmen geht von einer weiteren Verschlechterung aus. Die Umsatzerwartungen tendieren insgesamt ins Minus.

 Baugewerbe:Dort bestimmen saisonale Effekte die Lage. Der relativ milden Witterung Ende 2020 folgte im ersten Quartal dieses Jahres strenges Winterwetter. Daher bewerten Bauunternehmen ihre Geschäftslage im Vergleich zum Vorquartal zwar zurückhaltender, aber auf einem weiter guten Niveau. Auch eine bessere Auftragslage und Auftragsreichweiten stützen die Lage. Dennoch rechnen 46 Prozent der Unternehmen mit einer Verschlechterung in den nächsten Monaten.

 Einzelhandel:Das erste Quartal war laut IHK wegen des Lockdowns schwierig. Auch die im März in Kraft getretenen Lockerungen brachten nicht den erwünschten Aufschwung. Der regionale Einzelhandel verzeichnet mehrheitlich stagnierende Umsätze. Zusätzlich ins Gewicht fällt die gedämpfte Stimmung im Großhandel. Die Konsumneigung der Kunden ist weiter rückläufig.  Die Prognosen trüben sich ein.

Gastgewerbe: Der seit November 2020 anhaltende Lockdown und die damit einhergehenden Einschränkungen lassen der IHK zufolge derzeit keine Hoffnung auf eine zügige Verbesserung der Geschäftslage zu. Die Unternehmer bewerten ihre Lage nahezu geschlossen ungünstig. 94 Prozent zeigen sich mit dem aktuellen Geschäftsverlauf und der Umsatzentwicklung nicht zufrieden. „Die Lage ist mehr als frostig“, sagt die IHK.

Dienstleistungsgewerbe: Dieses kann sich zum Jahresbeginn konjunkturell weiter stabilisieren. Der leichte Aufwärtstrend aus dem Vorquartal hat sich fortgesetzt. Die Lagebewertungen fallen der IHK zufolge insbesondere bei den unternehmensnahen Dienstleistern „recht ordentlich“ aus - trotz weiter rückläufiger Auftragseingänge und sinkender Umsätze. Das gelte auch für die personennahen Dienstleister.

Exporte:Die Exportwirtschaft hat sich laut IHK zuletzt massiv verbessert. „Hier scheint die voranschreitende Erholung der Weltwirtschaft positive Akzente zu setzen“, sagte Olbricht. Zudem seien die Corona-bedingten Rückgänge deutlich geringer ausgefallen als im Bundesdurchschnitt.